Das Saarland ist reich an Zeugnissen seiner Vergangenheit. Seine kulturhistorische Entwicklung muss aber von Anfang an in Verbindung mit dem gesamten Saar-Mosel-Raum gesehen werden. Die wichtigste Rolle in der Vor- und Frühgeschichte des Saarlandes hat, als Vermittler kultureller Entwicklungen aus dem mittleren Rheingebiet über Lothringen ins Pariser Becken, die Mosel gespielt. Die frühesten Siedlungsspuren sind anhand einzelner Arbeitsgeräte der altsteinzeitlichen Jäger, Fischer und Sammler spätestens seit dem entwickelten Mittelpaläolithikum, etwa 120.000 v. Chr., zu verfolgen. Aus der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) wurden im Saarland schon mehrere Siedlungen entdeckt. Die neolithische Zivilisation mit erster Sesshaftigkeit, Ackerbau und domestizierten Tieren beginnt im saarländischen Raum im 5. Jahrtausend v. Chr. Die darauf folgenden Perioden der Kupferzeit und Bronzezeit sind die ersten, die sich anhand von Siedlungen, Deponierungen und Grabfunden gut beschreiben lassen. Wichtige Funde wurden bisher vor allem aus der Eisenzeit, der Römerzeit und dem frühen Mittelalter entdeckt.
Das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken präsentiert die wichtigsten Bodenfunde aus der Stein-, Kupfer- und Bronzezeit, der Eisenzeit, Römerzeit und Frühgeschichte. Originalfunde von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter zeugen von der Geschichtsträchtigkeit dieser Region. Keltische und römische Denkmäler und Funde werden auch an den Grabungsstellen Nennig, Schwarzenacker, Reinheim und Borg gezeigt. Unter den vereinzelten Bodendenkmälern der frühen Vorgeschichte sind als wichtigste die kupferzeitlichen Menhire "Gollenstein" bei Blieskastel (Höhe 6,60 m) und "Spillenstein" in Rentrisch (H. 5,05 m) zu besichtigen. Dazu kommen die bronzezeitlichen Befestigungsanlagen von St. Ingbert "Großer Stiefel" und Wallerfangen "Limberg." Eisenzeitliche Befestigungen und Hügelgräbergruppen sind dagegen im Saarland zahlreich.
Ein Relikt treverischer Besiedelung finden wir in Form des Ringwalls von Otzenhausen im Landkreis St. Wendel. Volkstümlich wird er auch Hunnenring genannt.
Dabei handelt es sich wahrscheinlich um ein "Oppidium" der Spätlatènezeit. Eine vorausgehende frühkeltische Besiedlung ist allerdings zu vermuten. Treverer und Mediomatriker gehören zu den Trägern der Latènekultur. Wie hoch entwickelt diese Kultur schon im 4. vorchristlichen Jahrhundert war, lässt sich am besten am Grab der keltischen Fürstin von Reinheim nachvollziehen. Dieses findet man im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Auf dessen Gelände findet sich des weiteren eine römische Villenanlage und die zugehörige Handwerkersiedlung auf der französischen Seite des Kulturparks. Durch den Einfluss der Römer entstand die gallorömische Provinzialkultur, welche durch einige Fundstellen im Saarland dargestellt werden kann. Die römische Villa Borg ist eine der größten römischen Villenanlagen des Saar-Mosel-Raumes. Durch ihre Rekonstruktion des Herrenhauses und Präsentation der Kleinfunde wird deutlich, wie großartig diese längst vergangenen Kulturen innerhalb des Saarlandes entwickelt waren. Auch durch die Ausgrabung der römischen Prunkvilla von Nennig lässt sich das römische Leben im Saarland nachvollziehen. Anhand von Münzfunden lassen sich diese gallorömischen Funde leicht datieren. So lieferten Bronzemünzen die Datierung der Ausgrabung Wareswald bei Tholey. Dort hat man Reste eines römischen Vicus aus dem 3. Jahrhundert freigelegt. Diese kann man in einem Rundgang ansehen, oder sogar selbst bei den Ausgrabungen mitwirken. Die Teilrekonstruktion einer gallorömischen Kleinstadt kann im Römermuseum in Schwarzenacker besichtigt werden. Im dortigen Museum werden weitere gallorömische Funde aus der Umgebung, sowie Bodenfunde aus früherer Zeit ausgestellt.
Neben siedlungsgeschichtlichen und alltagsgeschichtlichen Funden, werden im Saarland auch Fundorte zum wirtschaftlichen Leben in römischer Zeit geboten. So etwa zum vorindustriellen Kupfererzabbau im Bergwerksstollen des Emilianus in St. Barbara oder die frühe Eisenverhüttung im Saar-Kohle-Wald. Jene Eisenverhüttungsstätten finden sich in hoher Anzahl im Saar - Kohle - Wald, so dass man annehmen kann, dass Eisen ein sozusagen saarlandtypisches Handelsgut vergangener Zeiten war, es zumindest im wirtschaftlichen Mittelpunkt einiger Epochen stand. Ein religionsgeschichtliches Zeugnis stellt die Mithrasgrotte am Saarbrücker Halberg dar. Sie wurde wahrscheinlich im 3. Jahrhundert von Kaufleuten errichtet und diente zur Anbetung des persisch - römischen Lichtgottes Mithras. Im Laufe der Zeit wurde diese Räumlichkeit zu verschiedensten Zwecken genutzt. Eine solche fortlaufende Nutzung einer Kultstätte lässt sich auch durch die Ausgrabungen in der Stiftskirche St. Arnual nachweisen. Allerdings ist der Nutzungszeitraum hierbei weit jüngeren Datums. Bebauungsreste, Keramik und Grabfunde stellen Spuren des Mittelalters und der Frühen Neuzeit dar. Historische Informationen zum Beispiel zur Burg Kirkel, dem Kloster Gräfinthal und zu Daten und Bildern der jüngeren saarländischen Geschichte liefert die Internetseite Zeitensprung.
