Zur Person
| Nachname: | Herzog | Vorname: | Axel |
| Pseudonym(e): | |||
| Straße, Hausnummer | Kantstr. 43 a | ||
| Postleitzahl: | 66125 | Wohnort: | Saarbrücken |
| Telefon: | 06897-74408 | Fax: | 06897-924415 |
| E-Mail: | marga.herzog@t-online.de | ||
| Web-Site: | www.axel-herzog.de | ||
| Geburts- und Todestag: | 01.08.1944 - 29.6.2010 | Geburtsort: | Bad Bergzabern |
| Genre: | Belletristik | ||
| Zur Person: | Studium Germanistik und Geschichte Berufliche Tätigkeit bei der Bundesanstalt für Arbeit 1981 wegen eines Augenleidens, das inzwischen zur Erblindung geführt hat, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Seit Mitte der 70er Jahre Arbeiten für den Saarländischen Rundfunk - Freier Mitarbeiter für den Bereich Kultur bei der Saarbrücker Zeitung Seit 1980 Buchveröffentlichungen 1988- 1996 Leiter einer privaten Kleinkunstbühne |
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| Mitglied in literarischen bzw. Berufsorganisationen | |||
| Die wichtigsten Auszeichnungen | 1986 Literaturpreis der Stadt Homburg 1987 Literaturpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken und Tätigkeit als Stadtteilautor 2007 Hans-Bernhard-Schiff Literaturpreis |
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Werke
| Bücher: | 1981 Geschichten aus Neandertal Science Fiction, Satire 1983 Mei Freind de Bernd - Teil 1 Mundartsatire 1988 Aus Liebe zu Dudweiler Zusammenfassung aller Beiträge für eine Kolumne in der Saarbrücker Zeitung 1997 Hammledd : die unglaubliche Geschichte einer saarländischen Bergmannsfamilie / Axel Herzog. Mit Ill. von Günther Buth u. e. Vorwort von Edith Braun. - 1. Aufl. Saarbrücken : Häfner , 1997. - 70 S. : Ill. 1998 Lorette und Simon ISBN 3-928030-90-6 Abenteuerroman im Saarland des 13. Jahrhunderts 1999 Manchmol hann ich e beeser Drahm Satirischer Gedichtband2000 Mei Freind de Bernd - Teil 2 Mundartsatire 2002 Der Drei-Euro Roman Saarland-Krimi-Serie - erscheint seit 2002 halbjährl. bisher 9 abgeschlossene Bände 2006 Gwennas Schweigen ISBN 3-00-018083-4 Roman über die Keltenfürstin von Reinheim 2007 Von Romulus zu Romulus Eine satirische Skizze der römischen Geschichte (nur erhältlich Europ. Kulturpark Bliesbrück-Reinheim) 2007 Die Frauen des Pastors - Taschenbuch Jubiläumsausgabe der Saarland-Krimi-Serie 10. Band 2008 Der Krüppel und das Gift. Conte-Verlag, Saarbrücken. Alle Bücher, sofern nicht anders beschrieben, sind im Lilo Häfner Verlag erschienen: Marga Herzog, Kantstr. 43 a, 66125 Saarbrücken, Tel. 06897 - 74408, Fax 06897 - 924415, marga.herzog@t-online.de |
| Hörbücher: | 2007 Von Romulus zu Romulus (siehe oben) 2007 Die Frauen des Pastors - Taschenbuch (siehe oben) |
| Beiträge: | |
| Übersetzungen: | |
| Herausgeber: | |
| Mitherausgeber: | |
| Tonträger: | |
| Stücke: | Käfer klärt die klorschde Fäll Mundart-Kriminalkomödie Aufführung - Kleinkunstbühnen Operation Z Politsatire Auff.Kleinkunstbühne und Theater des Textilkombinats Cottbus Der Meisterdieb nach einem Märchen der Gebrüder Grimm Auff. Kleinkunstbühnen Wenn der Wind weht nach dem Comic von Raymond Briggs, gegen die Atombombe Auff. Kleinkunstbühnen Die Wahrheit über Dr. Mabuse Stummfilm-Parodie Auff. Kleinkunstbühne Hammledd Die unglaubliche Geschichte einer saarl. Bergmannsfamilie Auff. Saarländisches Staatstheater |
| Filme: | |
| Videos: | |
| Rundfunkbeiträge: | Erzählungen, Hörspiele Saarl. Rundfunk - Deutschlandfunk |
| Fernsehbeiträge: | Ausschnitte aus Theaterstücken SR Kulturspiegel - Aktueller Bericht |
| Hörspiele: | Saarl. Rundfunk 1991 Käfer klärt die kloorschde Fäll Käfer glaabt mol widder nix Käfer kommts japanisch vor Käfer schafft ganz praxisnah 1995 Hugo der Medienzar 1996 Damenbesuch 1997 Dabis Cup in Wolpertal Ein dicker Fisch Das alte Haus am Dorfeingang Wolpertal im Internet 1997 Hammledd (Mundartversion des Shakespeare Dramas) 1999 Ein fairer Deal Fenster in der Kirche Jahrtausendfehler MS "Ur-Wahl" Deutschlandfunk Hammledd (wie oben) |
| Fremdsprachlich: | |
| Sonstiges: |
Aus dem literarischen Schaffen
Textprobe:
Auszug aus "Gwennas Schweigen"
Plötzlich raschelten links von ihnen Blätter, dann rechts, vorne, hinten, oben. Eine große Unruhe schien den Wald zu ergreifen. Ebenso plötzlich, wie es aufgekommen war, erstarb das Geräusch. Und die folgende, alles umfassende Stille erschreckte Pallimachos noch mehr. Dann fiel ihm auf, dass er nichts mehr hörte von den Tieren des Waldes. Töne, die immer um sie schwirrten, auf die man nicht achtete, weil sie keine Gefahr signalisierten: das Zwitschern von Vögeln, ein sachtes Huschen im Gebüsch, das Quaken von Fröschen aus einem unsichtbaren Sumpf. Jetzt schwiegen alle diese Begleiter. Nicht einmal Fliegengesumm.
Nur der rasselnde Atem von Castor war zu vernehmen und ab und zu ein Schnauben von Pollux, der allmählich auch seinen Gleichmut verlor. Und Pallimachos, der mit heiserer Stimme, erst leise, dann immer lauter und trotziger seine Schritte zählte. Bei dreißig hielt er inne, lauschte. Obwohl er aus Erfahrung wusste, dass es unmöglich war, dass es eine Sinnestäuschung sein musste, glaubte er aus weiter Ferne ein Echo zu hören. Äffte ihn ein Gott oder warnte er ihn davor, weiter zu gehen? Plötzlich schlotterten seine Knie. Er tastete nach Castors Kruppe, suchte Halt an der struppigen Mähne, drängte sich an das Tier. Der Wallach atmete jetzt verhältnismäßig ruhig, zitterte weit weniger als sein Herr. Vielleicht war er nur erschöpft, der Wagen war schwer, der Weg krumm und bucklig. Seit Stunden stieg er an, kaum merklich für einen leichten kleinen Mann, der gut zu Fuß war. Für die Pferde aber vergrößerte sich das Gewicht, das sie zu ziehen hatten, von Stadion zu Stadion.
Da sie nun einmal standen, beschloss Pallimachos, an eben dieser Stelle zu übernachten. Selbst wenn ihm die unheimliche Stimme befehlen würde umzukehren, er könnte das Gespann nicht wenden. Castor stampfte ein paar Mal auf. Dann spürte Pallimachos, wie sich sein Leib versteifte. Pollux wieherte leise. "Ruhig, ruhig", flüsterte Pallimachos. Er tastete sich an Castors Flanke entlang, suchte die Deichsel, das Steigbrett, kroch in den Wagen. Er warf sich auf das schmale Lager aus Schaffellen, das er sich zwischen den Stapeln von Kisten und Krügen eingerichtet hatte. Heiß und stickig war es hier. Es kam ihm vor, als habe sich die klebrig-feuchte Schwüle, die sich im Wald angestaut hatte, im Innern des Wagens verdichtet und vervielfacht.
Lange lag er reglos, die Arme im Nacken verschränkt. Kein Laut drang herein, obwohl der Einstieg offen war. Selbst von Castor und Pollux war nichts mehr zu hören, sie schienen erstarrt. Vielleicht waren sie zu Stein geworden, in Standbilder verwandelt. Vielleicht drohte ihm dieses Schicksal auch? Er räusperte sich, die Stimme drohte ihm zu versagen. "Castor, Pollux?", fragte er in die Finsternis. Ein leises Schnauben kam als Antwort, immerhin. Dann herrschte wieder Stille, diese alles erstickende, tödliche Stille. Pallimachos richtete sich auf, griff nach dem kleinen Krug mit dem Trinkschnabel, der in einer Schlaufe an der Wand neben ihm hing. Er zog ihn zu sich, entfernte die Wachstülle, die den Schnabel verschloss und nahm einen tiefen Schluck von dem Roten aus Massalia.
Und auf einmal durchfuhr ihn ein entsetzlicher Gedanke: was, wenn er in einen dieser Wälder geraten war, in denen die Kelten ihren Göttern Tiere und Menschen opferten? In Massalia hatte er davon gehört. Westlich der Rhonemündung, in den unwegsamen Sümpfen, befände sich ein solcher Nemeton. Kein Fremder hatte ihn je gesehen. Wenn man die Kelten, die im Hafen arbeiteten, darauf ansprach, dann schwiegen sie, zuckten mit den Achseln und wandten sich ab. Eine Stätte unbeschreiblichen Grauens sei dieser Hain, umweht vom Pesthauch des Todes. Stinkend von Fäulnis, Verwesung und giftigen Ausdünstungen. Menschenblut triefe von den Bäumen, die ihre kahlen Äste in den fahlen Himmel reckten. Zerfetzte Kadaver und Schädel, an denen sich Geier und Raben mästeten, hingen überall. Auf der schleimigen, blutgetränkten Erde ringelten sich zischende Riesenschlangen und vielzüngige Drachen, welche den Opferstein und die Bildnisse der Götter bewachten. Riesengroß, mehrfach mannshoch, seien diese Monumente. Mit schreckenerregendem Antlitz, verzerrten Fratzen gleich, grob in Holz gehauen, blickten die Überirdischen aus ihrer Höhe herab auf die Priester und die Gläubigen, die sie anbeteten und ihnen opferten. Daneben stünden Käfige aus Weidengeflecht, für dutzende von Menschen bestimmt, die bei den Feierlichkeiten verbrannt würden.
Das und noch mehr Schauriges und Scheußliches flüsterte man hinter vorgehaltener Hand in den Hafenschenken von Massalia. Und Pallimachos hätten sich die Haare gesträubt, wenn sie nicht so kurz und kraus gewesen wären.
