Dialog Liu Xiaobo – Gustav Regler



 „Dialog Liu Xiaobo – Gustav Regler“ ist die kleine Ausstellung überschrieben, die ab dem 10. Dezember 2013 in der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) zu sehen ist. Fünfundfünfzig Jahre nach der Deklaration der Menschenrechte der Vereinten Nationen setzt das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass eine Bronzeskulptur des chinesischen Bürgerrechtlers Liu Xiaobo in Dialog mit zwei Tarnschriften des saarländischen Schriftstellers Gustav Regler, die 1939 ins faschistische Deutschland geschmuggelt wurden.


Nachdem der chinesische Schriftsteller Liu Xiaobo das Bürgerrechtsmanifest Charta 08 unterzeichnet hatte, wurde er 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt. Im Jahr 2010 erhielt er für seinen „langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte in China“ den Friedensnobelpreis. Der Landshuter Künstler Richard Hillinger erschuf Bronzeskulpturen von Liu Xiaobo und schickte sie auf Reisen. Die Idee: Liu Xiaobo nicht dem Vergessen zu überlassen und seine Büste im Kontext zu einem anderen verfolgten Künstler, Politiker oder Menschenrechtler auszustellen oder in einer Institution zu präsentieren, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt.

Das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass setzt die Büste von Liu Xiaobo in Dialog mit zwei ungewöhnlichen Tarnschriften des saarländischen Schriftstellers Gustav Regler: In Tomatensamentütchen und Briefmarkenbeuteln wurden sie 1939 ins faschistische Deutschland geschmuggelt. Als Kommunist war Regler 1933 aus Deutschland emigriert. Sein autobiographischer Bericht Das Ohr des Malchus  gibt einen plastischen Eindruck von seinem wechselvollen Leben im französischen Exil, als Interbrigadist im spanischen Bürgerkrieg, als Emigrant in Mexiko  und als spät anerkannter Autor und Journalist im Saarland, und er schildert seine etappenweise Abkehr von stalinistischen Kommunismus.

Informationen über die Charta 08 und über Gustav Regler erhalten Besucher an einem Ausstellungscomputer.

Die Ausstellung ist ab Dienstag, dem 10. Dezember 2013, bis zum 24. Februar 2014 ohne Ausstellungseröffnung in der Ausstellungshalle der SULB zu sehen.