2.5. Sozialdemokratische Blätter

 

2.5.1. Saarwacht
 
1905
 

 

  1. Anonym (K. F...r.): Das Saargespenst. Gedicht. Nr. 24, 28.1., S. 3
  2.  

    Gedicht, gewidmet dem "scheidenden Saar-Bismarck (Geheimrat Ewald Hilger, der in Folge des Krämer-Hilger-Prozesses nach Oberschlesien versetzt wurde, d.V.) und allen zurückbleibenden Stummlingen". Der Kampf um die Freiheit wird zum mythischen Ringen zwischen den Wesen des Tages und der Nacht.

     

  3. Anonym (K. F...r): Steiger-Jeremiade. Gedicht. Nr. 30, 4.2., S. 3
  4.  

    Ironische Verse zum Tod eines Steigers, dessen Dahinscheiden den Kampf für das Deutschtum und gegen die Roten erschwere.

     

  5. Anonym (K. F...r): Wort und That! Gedicht. Nr. 73, 27.3., S. 3
  6.  

    Gedicht, das die notwendige Einheit von Wort und Tat evoziert: Der begeisterten Rede müsse der Kampf folgen.

     

  7. Anonym: Aus dem Saarrevier. Saarabien vor 30 Jahren. BEF. Nr. 79, 3.4., S. 3
  8.  

    Ankündigung einer Darstellung der sozialen Verhältnisse im Saarrevier in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. von dem ausgewanderten und jetzt in England lebenden Sozialdemorkraten Franz Sator. Die Unterhaltungsbeilage Nr. 11, in der die Schilderung beginnen soll, ist allerdings nicht mehr vorhanden. Rückblick auf "St. Johanner Volksblatt" und "Bote von der Saar".

     

  9. Anonym (E.D.): Lied eines Angeworbenen. Gedicht. Nr. 145, 24.6., S. 4
  10.  

    Ironisches Gedicht, das aus der Sicht eines Arbeitssuchenden die paradiesischen Zustände in "Saarabien" preist.

     

  11. Anonym: Neujahrsgruß der Saarwacht. Gedicht. Nr. 304, 30.12., S. 5
  12.  

    Die Saarwacht steht in dem Gedicht am Strand der Saar als "Wächter in rothem Gewand" und sendet den Gruß in Hütten und Schächte. Sie kündet von Freiheit und Recht gegen die finsteren Mächte.

     

    1906
     
  13. Anonym: Der 1. Mai in Saarabien. BEF. Nr. 102, 3.5., S. 3
  14.  

    Bericht von der Maifeier der Sozialdemokraten: Reden von Seel und Osterroth, dann ein Zug durch die Innenstadt, begleitet von Polizei. In Gaststätten werden den Teilnehmern keine Getränke angeboten.

     

  15. Anonym: Moment- und Kulturbilder aus Saarabien. BEF. Nr. 168, 21.7., Beilage, S. 1
  16.  

    Satirische Auseinandersetzung mit der nationalliberalen Partei und Bürgermeister Feld-mann von Saarbrücken. Rückblick auf die Verleumdungen gegen die Sozialdemokratie.

     

  17. Anonym: Die christlichen Schaumschläger. BEF. Nr. 176, 31.7., S. 3
  18.  

    Bericht vom Familienfest des christlichen Bergarbeiterverbandes für die Arbeiter der Burbacher Hütte: Der Vorsitzende, Wernerus, trägt ein selbstverfaßtes Gedicht zur Arbeit des Verbandes vor, das mit einem polemischen Gegengedicht kontrastiert wird.

     

  19. Anonym: Es ist schwer, keine Satire zu schreiben. BEF. Ebda.
  20.  

    Polemik gegen die Nationalliberale Partei und deren Projekt, einen Bismarck-Turm zu errichten.

     

  21. Anonym: Stoßseufzer eines Naturfreundes. Gedicht. Nr. 218, 18.9., S. 4
  22.  

    Beim Spaziergang im Deutschmühlen-Park wird das Ohr des lyrischen Ichs vom Gespräch nationalliberaler Politiker beleidigt.

     
    1907

     

  23. Anonym: Reden. Gedicht. Nr. 34, 9.1., Beilage, S. 1
  24.  

    Gedicht zur Grubenkatastrophe in Reden: Nach dem Unglück, das den "Bergmanns-stamm" traf, stellt sich die Schuldfrage, doch der Bergmannsschutz bleibt Legende. Das Ende ist resignativ: Die Toten schweigen.

     

  25. Anonym: Saarabisches. Gedicht. Nr. 36, 12.2., S. 3
  26. Spottgedicht auf einen nicht genannten Politiker, dessen Eigenschaften in einer Häufung von aufeinanderfolgenden Partizipien parodiert werden.

     

  27. Anonym: Suum cuique. Gedicht. Nr. 125, 1.6., Beilage, S. 2
  28.  

    Wiederum Gedicht zur Katastrophe in Reden. Die Toten werden geborgen, Preußens Thronfolger besucht die Grube. Doch während die Herren sich ergriffen geben und dann zum Mahle schreiten, geht der Bergmann (Molter) leer aus: Suum cuique.

     

  29. Valentin, Franz: Oberstein-Idar. BEF. Nr. 173, 27.7., S. 2
  30.  

    Bericht von einem vierwöchigen Aufenthalt im Fürstentum Birkenfeld. Beschrieben werden die soziale Lage der Bevölkerung in Idar-Oberstein, beginnende Organisierung der Arbeiterschaft und landschaftlich-kulturelle Sehenswürdigkeiten.

     

  31. Anonym: Worim de Klaus in de Kirch ging. Gedicht. Nr. 228, 30.9., S. 2
  32. Dialektgedicht: Klaus schläft in der Kirche. Vom Pfarrer ermahnt, dies doch zu Hause zu tun, antwortet er, daß es da zu viele Mücken gebe.

     

    2.5.2.Volkswacht

     

    1908

     

  33. Anonym: Der saarabische Spießer. BEF. Probenummer 1, 1.1., S. 1
  34.  

    Redaktioneller Essay: Kulturkritische Betrachtungen zur politische Lage im Saarrevier. Rückständige Gebiete würden durch den Volksmund vortrefflich bezeichnet: So drücke "Saarabien" deutlich aus, wie es in dieser Region steht. Kritik an Stumm, Hilger, Tille und der Saarbrücker Zeitung, an der Nationalliberalen Partei und an der Vorherrschaft von nationalistischem Gedankengut in der Arbeiterschaft unter Bezugnahme auf Schopenhauers Nationalismus-Kritik. Die Arbeiterschaft müsse vom ideologischen Einfluß der Spießer befreit werden.

     

  35. Anonym (Malstatter Schorschi): Gewählt. Gedicht. Nr. 143, 22.6., S. 2
  36. Gedicht in 11 Strophen, in dem das Verhältnis der Burbacher Hüttenleitung zu den Liberalen angegriffen wird.

     

  37. Unger, Emil (Erich bzw. Emil Walter Unger?): Die Hopfenernte im Elsaß. BEF. Nr. 209, 8.9., S. 3
  38.  

    Sozialkritische Beschreibung der Hopfenernte, zu der vornehmlich Kinder aus der Arbeiterklasse in den Schulferien herangezogen werden, während die Kinder der reicheren Schichten ab und an einen Ausflug auf die Felder machen, um ein paar Dolden zu pflücken.

     

    2.5.3. Volksstimme
     
    1919

     

  39. Thamerus, Friedrich: Willkommen! Gedicht. Nr. 149, 1.7., S. 2
  40. Gedicht als Gruß an die Kriegsheimkehrer, Herz und Herd warten auf diese, doch schwer wiegt der Gedanke an die Gefallenen.

     

  41. Schneider, Karl: Zwei Schuldige. BEF. Nr. 171, 26.7., S. 5
  42.  

    Polemik gegen die Redakteure Ellerbek und Litzenburger der "Saar- und Blieszeitung", die in dieser während des gesamten Krieges nationalistische Hetze betrieben hätten.

     

  43. Heinzel, R.: Etwas vom Handwerksbursch. BEF. Nr. 201, 30.8., S. 5
  44.  

    Der Autor stellt fest, daß "Handwerksbursch" an der Saar als Schimpfwort gebraucht wird. Deswegen schließt er eine Beschreibung der Wanderung des Burschen an und schließt mit der Hoffnung, daß diese Tradition nach dem Krieg zur Völkerverständigung beitragen könne.

     

  45. Pfarrer Ihme (Brebach): Erntefest 1919. BEF. Nr. 231, 4.10., S. 2
  46.  

    Essay. Anliegen des Autors ist es, Stadt- und Landbevölkerung miteinander zu versöhnen. Anlaß dazu könne das Erntefest bieten.

     

  47. Osterroth, Franz: "Es gibt zwei Sorten Ratten....". BEF. Nr. 248, 25.10., S. 4
  48. Zwei Bilder werden beschrieben: Feiste Kriegsgewinnler prassend in einem Kahn und ein hungernder kleiner Junge, dessen Augen aufleuchten, als man ihm ein Stück Brot gibt.

     

  49. Grein, Heinrich: Weltenspuk. Gedicht. Nr. 259, 8.11., S. 1
  50.  

    Gedicht zum Krieg: Junker und Kriecher haben das Volk der Dichter und Denker in eine Herde Soldaten verwandelt und in Krieg und Tod gehetzt. Doch trotz Massengräbern kündigt sich in der Morgenröte eine neue Ordnung der Menschenwürde an. Tendenz zur mythischen Überhöhung des Geschehens.

     

    1920

     

  51. Anonym (R.H.; Heinzel?): Wir fordern sie zurück. Gedicht. Nr. 9, 23.4., S. 2
  52. Gedicht zum Schicksal derjenigen Arbeiter, die nach 1918 wegen politischer Arbeit oder wegen Teilnahme an einem Streik aus dem Saargebiet ausgewiesen wurden.

     

  53. Anonym (R.H.; Heinzel?): Wann kommst du, versöhnender Mai? Gedicht. Nr. 99, 27.4., S. 1
  54. Maigedicht: Die Sehnsucht nach dem Frühling verbindet sich mit der Hoffnung auf eine von gegenseitiger Liebe geprägte Gesellschaftsordnung.

     

  55. Anonym (von einem alten Saarbrücker Genossen): Einst und jetzt. AB. Nr. 104, 5.5., S. 6
  56.  

    Der Autor beschreibt die Maifeier der Sozialdemokratie und blickt auf die Zeit um 1900 zurück, die er mit der politischen Situation des Jahres 1920 vergleicht. Obwohl die Revolution nicht alle Ziele des Sozialismus verwirklicht habe, seien doch große Fort-schritte erzielt worden. Die Reaktion spekuliere jetzt auf die Uneinigkeit der Arbeiter, Feind bleibe aber nach wie vor das internationale Kapital.

     

  57. Anonym (R.H.; Heinzel?): Allerlei Schieber. Gedicht. Nr. 104, 5.5., S. 8
  58.  

    Gedicht gegen allerlei Schieber: Die Güterverschieber in den Westen und Menschen-verschieber in den Osten sind wohl die Franzosen, es folgen die Postenschieber, gelobt werden diejenigen, die Kriegsgefangene durch das "Loch im Westen" schoben.

     

  59. Schnog, Karl: Des Bergmanns Los! Gedicht. Nr. 146, 25.6., S. 7
  60. Gedicht auf den Bergmannsstand: Da der Bergmann jeden Tag unter Einsatz seines Lebens Kohlen berge, solle man ihn ehren und ihm genug Lohn zahlen.

     

  61. Schäfer/Schneider, B.: Saarbrücker Wahlparole. Gedicht. Nr. 158, 9.7., S. 3
  62. Wahlgedicht: Nach vielen Jahren des Betruges sei es jetzt am Volk, im heiligen Kampf zum Sieg zu gelangen - durch Wahl der sozialdemokratischen Liste.

     

  63. Kirsch, Fritz: Nach der Schlacht. Gedicht. Nr. 174, 28.7., S. 3
  64. In Kriegsmetaphorik werden Wahlsiege der Sozialdemokratie gefeiert. Der Kampf muß weitergeführt werden gegen die Nacht.

     

    1921

     

  65. Anonym: Auch ein "Säuglingsfreund". Eine wahre Geschichte. Gedicht. Nr. 59, 12.3., S. 5
  66.  

    Gedicht über einen Bauern aus Hangard, der die Lebensmittelknappheit der Bevölkerung zur persönlichen Bereicherung ausnutzt. Seine Frau wird dabei ertappt, wie sie vor dem Verkauf den Rahm von der Milch trennt, was zur Beschlagnahmung des Rahmes führt. Abschließend werden die Bauern gemahnt, ihre Pflicht gegenüber der Bevölkerung zu erfüllen.

     

  67. Anonym: Maifeier Allerlei. Eine kritische Nachlese. BEF. Nr. 101, 3.5., S. 5
  68.  

    Kritische Bemerkungen zum Polizeiverhalten bei der Maifeier und zu den Auflagen der Regierungskommission: Verboten wurden politische Parolen und Schilder, auch die Bemerkung, daß die Sonne im Osten aufgeht.

     

  69. Anonym (Hutschepfiff vom Bremmenberg): "Zentrum triumphans in Rentrisch". Gedicht. Nr. 149, 30.6., S. 9
  70.  

    Das Gedicht greift eine dörfliche Anekdote aus Rentrisch auf: Die am 1. Mai gehißte rote Fahne wird nach Abzug der Sozialdemokraten von Zentrumsleuten gekappt. Diesen wird mit Abrechnung am Tag des Weltgerichts gedroht, die Sozialdemokraten hissen an anderem Ort eine neue Flagge.

     

  71. Anonym: Stimmungsbild. Gedicht. Nr. 154, 6.7., SoSa, S. 2
  72. Gedicht, das den werktäglichen Abend in einem Hüttenrevier beschreibt.

     

  73. Gerstner, H.W.: Der erste Schultag in einem bescheidenen Saarlanddörfchen. BEF. Ebda.
  74. Eindrücke vom Schulbeginn; in saarländischem Dialekt.

     

  75. Zimmer, P.: Arbeiterkultur. BEF. Nr. 238, 12.10., NdA, S. 1
  76.  

    Essay, der die Notwendigkeit der allgemeinen kulturellen und naturwissenschaftlichen Bildung der Arbeiter herausarbeitet. Dies zu erreichen sei um so dringender, als die Arbeiter Träger der neuen Gesellschaftsordnung würden. Aufbauend auf den Kentnissen aus der Volksschule könne das über die Sozialdemokratie zu beziehende Schrifttum den einzelnen weiterbringen.

     

    1922

     

  77. Anonym: Die Vertreibung aus dem Paradies. Gedicht. Nr. 8, 10.1., S. 5
  78.  

    Lesergedicht: Wie Gott einst den Menschen schuf, um die Schöpfung zu vervollständigen, so schuf er jetzt die Regierungskommission, um das Saargebiet mit einer Regierung auszustatten.

     

  79. Anonym: Wie wählt Neunkirchen?. Gedicht. Nr. 66, 18.3, S. 3
  80. Wahlaufruf für Dr. Heinrich Grein in Form eines Gedichtes.

     

  81. Anonym (Nikotin von Westrich): Wie der Vadderonser-Matz de heilig Wännelinus verwitscht hat. Erzählung. Nr. 72, 25.3., NdA, S. 1
  82.  

    Geschichte in Dialekt: Matzens Kuh, die er bereits dem "Spießer Judd" versprochen hatte, ist krank geworden. Heilungsversuche von verschiedenen Nachbarn schlagen fehl, schließlich bittet Matz den heiligen Wendalinus um Hilfe und verspricht dafür eine Wallfahrt nach St. Wendel, bei der er drei Kerzen stiften will. Tatsächlich wird die Kuh gesund und Matz verkauft sie dem Juden. Von seiner Wallfahrtspflicht fühlt er sich jetzt entbunden. In der Nacht besucht ihn der heilige Wendalinus und schlägt ihn mit drei Kuhschwänzen. Doch am Morgen sieht Matz an dem Bild von Wendalinus, daß dieser wieder versöhnt ist.

     

  83. Grein, Heinrich: Eindrücke vom zweiten sozialdemokratischen Lehrertag Deutschlands. . BEF. Nr. 93, 21.4., S. 3
  84.  

    Brief aus Hamburg von der Tagung der "Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands". Kurze Charakteristik der Referate und Einschätzungen der politisch-kulturellen Entwicklung.

     

    1923

     

  85. Anonym: Das Arbeiterblatt an seine Leser. Gedicht. Nr. 17, 20.1., S. 3
  86. Gedicht: Das anthropomorphisierte Arbeiterblatt spricht die Leser an und fordert sie zur Unterstützung in der Zeit der Not auf.

     

  87. Anonym: Streikbrechers Höllenfahrt. Zum Bergarbeiterstreik. Gedicht. Nr. 35, 10.2., S. 3
  88.  

    Gedicht zum Bergarbeiterstreik: Die Seele eines Streikbrechers klopft an die Himmels-pforte. Doch sie wird von Petrus zurückgewiesen. In der Hölle geht es ihr ähnlich: Selbst der Teufel weist sie zurück und schickt sie auf die Erde, denn so ein Wesen sei noch für die Hölle zu schlecht.

     

  89. Anonym: Eine Woche Büroarbeit des neues Zentralverbands der Saarbergleute. Nr. 92, 25. 4., S. 5
  90.  

    Sketchartige Parodie auf die Gründung eines neuen Verbandes während der Streikbewegung (von den früheren Gewerkschaftssekretären Krämer und Becker, es handelt sich um den Saarbund). Dessen Vertreter würden im Streik eine aus dem Deutschen Reich gesteuerte Bewegung sehen und die Herrschaft Frankreichs der der Preußen vorziehen. Deswegen wollten sie in die Bewegung eindringen, um sie auszu-spitzeln.

     

  91. Anonym (W. Sch.): Der Kampf im Saarbergbau. Eine Jagd nach Wilddieben. BEF, Gedicht. Nr. 94, 27.4., S. 3
  92.  

    Bericht zu einer Streik-Versammlung, Rede des Gewerkschaftlers Kimmritz vom ADGB. Es schließt sich ein Gedicht an: "Eine Jagd nach Wilddieben", verfaßt von einem beteiligten Bergarbeiter. Förster jagen Arbeiter, die aus der Not gewildert haben sollen. Es stellt sich aber heraus, daß die Arbeiter kein Reh, sondern einen fetten Hund geschlachtet haben. Beschämt ziehen sich die Förster zurück.

     

  93. Anonym (H. Dr.): Der arbeitswillige Saarbündler. Gedicht. Nr. 107, 15.5., S. 3
  94. Ironisches Gedicht: Ein Streikbrecher bekennt sich frohen Herzens zu seinem Sklaventum.

     

  95. Siegmann, Paul: Jenseits der Grenze. AB. Nr. 120, 31.5., SoSa, S. 5
  96.  

    Bericht von einer Wanderung der Arbeiterjugend in die Pfalz. An einem Grenzstein, dessen eine Seite ein D aufweist, die andere ein S, entzündet sich der Spott der Jugendlichen. Siegmann gibt der Hoffnung auf Überwindung der Trennung von Deutsch-land Ausdruck.

     

  97. Pitz, Johann: Weit in die Ferne wollte mein Sehnen. Gedicht. Nr. 137, 20.6., NdA, S. 1
  98. Lob der Heimat: Das Ich strebt in die Ferne, bis die Sehnsucht nach dem Mutterhaus wieder erwacht.

     

  99. Pitz, Johann: Wer hat zu jeder Stunde für dich gekämpft? Gedicht. Nr. 150, 5.7., S. 3
  100.  

    Gedicht auf die Sozialdemokratie: Die rhetorische Frage, wer für das "deutsche Volk" der Saar immer und ohne Rücksicht auf "welsche Tyrannei" gekämpft habe, findet eine eindeutige Antwort: Die Sozialdemokratie.

     

  101. Pitz, Johann: In diesen warmen Sommernächten.... Gedicht. Nr. 159, 16.7., S. 2
  102. Sommer- und Liebesgedicht.

     

  103. Anonym: Eine Unterhaltung zwischen dem Püttlinger Kloos und sinner Kathrin als Antwort auf den Artikel in der Donnerstags-Nummer der Püttlinger-Volkszeitung. BEF. Nr. 180, 9.8., S. 2
  104.  

    Dialog zwischen Kloos und Kathrin in Dialekt, durch den die vom Zentrum gegen ein sozialdemokratisches Ratsmitglied erhobenen Vorwürfe entkräftet werden sollen.

     

  105. Heugel, Anton: Das äußere Bild der Großstadt Saarbrücken. BEF. Nr. 224, 29.9., S. 5
  106.  

    Kritische Beschreibung der Stadt Saarbrücken und ihres Umlandes, die mit an Bevölke-rung und Stadtverwaltung versehenen Verbesserungsvorschlägen versehen ist.

     

  107. Kirsch, Fritz: Zuversicht. Gedicht. Nr. 228, 4.10., S. 3
  108.  

    Unter Verwendung von Natur- und Jahreszeitenmetaphorik wird die Vergänglichkeit menschlichen Lebens dargestellt. Doch der Tod ist nicht das Ende: Aus der Asche wird ein "freies, edleres Geschlecht" geboren.

     

  109. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 259, 10.11., S. 3
  110.  

    Bemerkungen über leere Plätze im Stadttheater und eine Dorf-Anekdote: Der Bürger-meister soll feststellen, wieviel Kommunisten in seinem Dorf leben. Woran aber einen Kommunisten erkennen ? Schließlich fragt er einen Reisenden, der die Auskunft gibt, daß ein Kommunist jemand ist, der nicht arbeiten, aber gut essen und trinken will. Dann, denkt sich der Bürgermeister, gibt es wohl zwei, den Pfarrer und den Lehrer.

     

  111. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 282, 8.12., S. 3
  112.  

    Die Beschreibung eines gepolsterten Hundekorbes verbindet sich mit sozialkritischen Bemerkungen. Zitiert wird dann eine Passage aus Lisbet Dills "Saarländischem Bilder-buch", die im Berliner Lokalanzeiger erschienen ist. Dill beschreibt das Saargebiet als Schlaraffenland, in dem exquisite Genußmittel an jeder Ecke feilgeboten werden. Es folgt eine Kritik von Braun-Stratmann, die Dill Ignoranz gegenüber den sozialen Zuständen ihrer Heimat bescheinigt.

     

    1924

     

  113. Anonym: Der Nachfolger. Gedicht. Nr. 10, 12.1., S. 6
  114. Spottgedicht auf die kommunistische Zeitung (AZ).

     

  115. Anonym: An die Saarbündler von Frankenholz. Gedicht. Nr. 26, 31.1., S. 6
  116. Gedicht gegen den "Saarbund", der sich am Streik von 1923 nicht beteiligt hatte.

     

  117. Pitz, Johann: Was wir wollen! Gedicht. Nr. 154, 5.7., SoSa S. 1
  118. Kämpferisches Jugendgedicht.

     

  119. Anonym: Neunkircher Plauderstunde. BEF. Nr. 158, 10.7., S. 3
  120.  

    Fiktiver Brief des Unternehmers Gottlieb Unsereiner an seine Gattin Eleonore. Unsereiner wettert gegen Sozialdemokraten und Juden, insbesondere auch gegen die Einführung der ungeteilten Unterrichtszeit durch die Sozialdemokraten, was dazu geführt habe, daß die Kinder den Eltern am Hals lägen und die Lehrer Zeit zum Politisieren hätten.

     

  121. Grein, Heinrich: Reisebriefe aus England I. Nach, um, durch Südostengland. BEF. Nr. 191, 18.8., S. 4
  122.  

    Beobachtungen von einer Studienreise nach England: Beschreibungen der Landschaften, der Sitten, von Kultur und Politik und insbesondere des Verhältnisses der Engländer zu den Deutschen.

     

  123. Grein, Heinrich: Reisebriefe aus England II. BEF. Nr. 194, 21.8., S. 2
  124.  

  125. Anonym (Kurtchen aus dem Köllertal): Püttlinger Plaudereien. BEF. Nr. 198, 26.8., S. 4
  126.  

    Nachdem Kurtchen in der Zentrumspresse wegen eines Artikels über den verstorbenen Kaplan Ritter der Mißachtung des Andenkens Verstorbener bezichtigt wurde, präsentiert er jetzt einen Brief des Kaplans aus dem Himmel, in dem dieser dem Zentrum vorwirft, ihn schon zu Lebzeiten kompromittiert zu haben (es geht offenbar um Nacktbilder von einem Verein für Körperkultur, die im Schreibtisch des Kaplans gefunden worden sein sollen). Die Bilder habe er nur aufbewahrt, um sie vor lüsternen Blicken zu schützen.

     

  127. Grein, Heinrich: Reisebriefe aus England III. London. BEF. Nr. 202, 30.8., S. 8
  128. Anonym: Geschlossene Gesellschaft. Gedicht. Nr. 203, 1.9., S. 3
  129.  

    Lesergedicht: Die besseren Kreise haben ganz eigene Vergnügungen. Des Nachts ziehen sie sich zurück, im Laufe derselben wird aus der geschlossenen eine besoffene Gesellschaft.

     

  130. Grein, Heinrich: Reisebriefe aus England IV. Londoner Skizzen. BEF. Nr. 203, 1.9., S. 7
  131.  

    Bemerkungen zur Londoner Konferenz (Dawes-Plan), während der sich Grein offenbar in London aufhält. Er bedauert, daß keine Arbeitervertreter der Entente Aufschluß über die wirkliche Lage des deutschen Proletariats geben könnten.

     

  132. Braun-Stratmann, Angele: Dies und Das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 208, 6.9., S. 7
  133.  

    Kommentar zur Tätigkeit eines Zentrumspfarrers, der in der Schule Fragebögen verteilt, in denen u.a. nach der gewerkschaftlichen Organisierung des Vaters gefragt wird. Beschreibung der ersten "Hitlerknaben" in Saarbrücken.

     

  134. Grein, Heinrich: Bilder und Eindrücke vom saarländischen Sozialistentag. BEF. Nr. 214, 16.9., S. 5
  135.  

    Eindrucksvolles Stimmungsbild: Rede des französischen Delegierten Grumbacher, wechselseitige Versicherung des Friedenswillens, Hoffnung auf Rückgliederung an Deutschland. Vorführungen von Arbeiterchören und -sportvereinen im Schatten der Hochöfen.

     

  136. Grein, Heinrich: Englische Merkwürdigkeiten. Ein Reisebrief. BEF. Nr. 238, 14.10., S. 7
  137.  

    Eindrücke aus England, die insbesondere um den Einfluß von religiösen und aristo-kratischen Traditionen auf die englische Arbeiterbewegung kreisen.

     

  138. Anonym (Fritzchen; Thamerus?): Dem deutschnationalen Mätzchen. Gedicht. Nr. 271, 24.11., S. 3
  139.  

    Verse gegen ein Gedicht des SZ-Dichters Matz, in dem offenbar das Verhalten der Sozialdemokraten im Stadtrat kritisiert werden sollte (SZ vom 22. Nov.: "Ode auf die Flucht aus dem Stadtrat").

     

  140. Grein, Heinrich: Sonnenwende. Gedicht. Nr. 294, 20.12., S. 2
  141.  

    Zweistrophiges Gedicht: Die erste Strophe beschreibt den Winter, die zweite den Frühling: Der neue Anfang in der Natur wird mit einem gesellschaftlichen Aufbruch verbunden.

     

  142. Anonym (Schorsch): Neunkircher Weihnachtswünsche. Gedicht. Nr. 297, 24.12., S. 3
  143. Satirisches Weihnachtsgedicht, das in Form eines Wunschzettels Mißstände angreift.

     
    1925

     

  144. Anonym (G.; Grein?): Mein Land. Gedicht. Nr. 8, 10.1., NdA, S. 1
  145. Patriotisches Gedicht auf die deutsche Heimat: Doch die Liebe zu Land und Leuten muß sich - so schließt das Gedicht - mit dem Friedensgedanken verbinden.

     

  146. Anonym (Schorsch): Hoch der Dreck! Gedicht Nr. 9, 12.1., S. 3
  147. Ironisches Gedicht auf die Entscheidung der bürgerlichen Parteien im Stadtrat, einer Badeanstalt im Volkshaus die Unterstützung zu verweigern.

     

  148. Mackay, John Henry: Die Menschen der Ehe. Schilderungen aus der kleinen Stadt. Erzählung. Beginn: Nr. 11, 14.1., S. 5
  149.  

    In zwölf Folgen abgedruckte, zum Teil wohl autobiographische Erzählung. Versehen mit redaktionellen Anmerkungen, die einzelne Orte der Erzählung mit Saarbrücker Straßen in Verbindung bringen. Die Redaktion weist darauf hin, daß hier das alte Saarbrücken der 90er Jahre mit seinem "Spießer- und Muckertum", das "Königreich des Freiherrn von Stumm" erscheint. Die Hauptfigur, Franz Grach, besucht nach langer Zeit die Stadt seiner Kindheit. Anlaß dazu ist ihm ein Brief seiner Jugendfreundin Clara von Boehmer, bei deren Mutter, einer entfernten Verwandten von ihm, er einige Jahre seiner Kindheit verbracht hat. Clara hatte sich in dem Schreiben über ihre unerfüllte Ehe beklagt. In den Kneipen der Stadt erinnert er sich an frühe Erlebnisse, schließlich sucht er Clara auf. Das Gespräch bleibt fruchtlos, er will sie für die Freiheit gewinnen, sie versteht seine Worte nicht und kann mit der freien Liebe, die er propagiert, nichts anfangen. Angewidert von der bürgerlichen Enge ihres Lebens verläßt er sie. In der Stadt trifft er Dora Syk, eine alte Bekannte, die einst durch ihr erstes, nicht näher benanntes Werk vorübergehende Bekanntheit erlangte und jetzt in Saarbrücken aus finanzieller Not als Erzieherin tätig ist. Sie verstehen sich sofort und beschließen, gemeinsam nach Paris aufzubrechen. Während er auf sie wartet, beobachtet er in einer Kneipe die Stammtisch-Besucher, viele alte Bekannte aus seiner Schulzeit sind darunter. Verachtung und Ekel, die er ursprünglich für dieses spießbürgerliche Leben empfand, wandeln sich zunächst in Mitleid und dann in völlige Gleichgültigkeit. Er bleibt unerkannt, geht dann zum Bahnhof, um Dora zu erwarten, die schließlich erscheint. Die Handlung ist verwoben mit Bemerkungen über die beiden Schwester-Städte, soziale Lage und Lebensgewohnheiten der Arbeiter und der bürgerlichen Schichten, die eine stark sozialkritische und z.T. polemisch anti-bürgerliche Tendenz haben.

     

  150. Anonym (Kurtchen aus dem Köllertal): Püttlinger Plaudereien. BEF. Nr. 11, 14.1., S. 6
  151.  

    Geschichten aus Püttlingen: Zusammen mit einem Jesuiten und unterstützt von der Landes-Zeitung schreitet der Dorfpastor zur Ausrottung der Sozialdemokratie, was den Autor veranlaßt, eine kurze Charakterstudie von Ignatius von Loyola zu liefern. Die Lebensverhältnisse der Priester werden mit den im Urchristentum propagierten verglichen.

     

  152. Heugel, Anton: Die Sozialistentöter des Hochwaldes und das Verhängnis eines Schreibfehlers. Erzählung. Nr. 20, 24.1., NdA, S. 1
  153.  

    Satirische Erzählung: Bügermeister und Pastor von Thalfang kommen überein, daß gegen die Sozialdemokraten etwas getan werden muß. Für die katholischen Familien soll eine Feier veranstaltet werden, bei der Pastor Gottlieb aus Trier eine Rede über die Sozialdemokratie halten soll. Für die Verschickung der Einladungen gewinnt man den Schneider Humpelbein. Pastor Gottlieb verspricht diesem ein Geschenk für seine Bemühungen. In freudiger Erwartung will der Schneider zusammen mit seiner Frau das Geschenk am Bahnhof abholen, 20 kg soll es wiegen. Doch der Beamte hat sich verschrieben: Es handelt sich um eine Pfeife, die lediglich 0,2 kg wiegt. Humpelbein betrinkt sich aus Enttäuschung, auf dem Rückweg kommt es zu einem Unglück, er wird zum Gespött des Dorfes. Die Geschichte endet versöhnlich: Angesichts zunehmender Erfolge der Sozialdemokratie erkennen auch Bürgermeister und Pastor, daß diese es mit den Interessen der Gemeinde ernst meint.

     

  154. Anonym: Püttlinger Plaudereien. BEF. Nr. 47, 25.2., S. 4
  155.  

    Aus dem Gemeinderat: Das Zentrum will den Mieterschutz abschaffen. Polemisches zu einer Versammlung der Püttlinger Kommunisten. Einzelne Kommunisten werden bloßgestellt, u.a. seien sie der Werbung des Ingenieurs Boileau für französische Schulen sehr zugetan.

     

  156. Grein, Heinrich: Unserem Fritz Ebert. Gedicht. Nr. 54, 5.3., S. 3
  157.  

    Gedicht zum Tod von Friedrich Ebert. Seine Leistungen bei der Gründung der Republik werden hervorgehoben, es wird betont, daß er Zeit seines Lebens ein Sohn seines Volkes blieb.

     

  158. Anonym (Ferdinand II.): Hurra..ra..ra! Gedicht. Nr. 64, 17.3., S. 3
  159. Ironisches Gedicht auf die Gründung von Kriegervereinen im Saargebiet.

     

  160. Anonym: An unseren Genossen Bernhard von Kaltnackig! Gedicht. Nr. 78, 2.4., S. 3
  161. Lobgedicht auf eine Rede gegen die bürgerlichen Parteien, die alle sozialen Fragen auf die Zeit nach 1935 vertagen wollten.

     

  162. Siegemund, Richard: Dies und Das von der Maifeier der Püttlinger Kommunisten. BEF. Nr. 105, 7.5., S. 4
  163.  

    Vor der Ausrichtung der Maifeier kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, diese veranstalten schließlich einen eigenen Aufmarsch, der als klägliches Häufchen geschildert wird.

     

  164. Heugel, Anton: Eindrücke einer Schweizer Reise. BEF. Nr. 109, 12.5., S. 3
  165. Heugel besucht in Genf als Delegierter eine Tagung des Völkerbundsrates. Er beschreibt die Zugfahrt und die Landschaften und gibt Gespräche mit Mitreisenden wieder.

     

  166. Anonym (D. O.): Der Großstadtbrief an den Münchwieser Onkel. BEF. Nr. 118, 23.5., S. 9
  167.  

    Bewußt naiv gehaltener, fiktiver Brief von "Schorsch Struppes" in saarländischem Dialekt an einen auf dem Land lebenden Onkel. Verschiedene Beobachtungen aus Saarbrücken, insbesondere zum Verhalten deutschnationaler Gruppen.

     

  168. Anonym ( D. O.): Der Großstadtbrief an den Münchwieser Onkel. BEF. Nr. 124, 30.5. S. 8
  169. Zweiter Brief an den Onkel: Im Mittelpunkt stehen die Kritik an Röchling, wiederum an nationalistischen Tendenzen und an der Saarbrücker Zeitung.

     

  170. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 134, 13.6., S. 4
  171. Kritisches zu den deutschnationalen Hindenburg-Feiern im Saargebiet und der Verwendung schwarz-weiß-roter Fahnen.

     

  172. Kirsch, Fritz: Rosenzeit. Gedicht. Nr. 137, 17.6., S. 5
  173. In dem Gedicht wird der Frühling zum Fest: Die mit Blumen geschmückten Menschen sind Künder der neuen Zeit.

     

  174. Anonym (Bl.): Allerlei Interessantes von der Jahrtausendfeier. BEF. Nr. 148, 30.6., S. 3
  175.  

    Beobachtungen von der Jahrtausendfeier in Saarbrücken. Allerorts werden die Farben der Monarchie gezeigt. Der Autor führt dies auf das Verbot durch die Regierungs-kommission zurück. Kritisiert wird die Ignoranz gegenüber sozialen Fragen.

     

  176. Anonym: Saarländisches Landesratspotpourri. Gedicht. Nr. 152, 4.6., S. 3
  177.  

    Ironisches Gedicht zur Sozialistenhetze von Landesratsmitglied Schmelzer: Diesem werden deutschnationale, arbeiterfeindliche, kriegstreiberische und anti-republikanische Parolen in den Mund gelegt.

     

  178. Anonym: Gott zur Ehr.... Gedicht. Nr. 199, 28.8., S. 5
  179.  

    Gedicht über die Püttlinger Feuerwehr. Eine Übungsszene wird in direkter Rede wiedergegeben und vermittelt einen Eindruck von paramilitärischen Tendenzen.

     

  180. Anonym (R. D.): Die Arbeit. Gedicht. Nr. 204, 3.9., S. 3
  181.  

    Verschiedene Berufsgruppen werden in dem Gedicht durch je einen Stellvertreter repräsentiert, der Bergmann, der Schiffsmann, der Handwerker, der Schmied. Diesen wird die Schar der Müßiggänger entgegengestellt. Aus dem antithetischen Aufbau folgt die Revolution der Freiheit als notwendige Konsequenz.

     

  182. Pitz, Johann: Zur Weihe des Ebert-Denkmals in Herrensohr. Gedicht. Nr. 212, 12.9., S. 1
  183.  

    Das Gedicht zur Denkmalseinweihung pflegt das Andenken an Friedrich Ebert, stellt diesen als einfachen und gerade deswegen tatkräftigen Mann dar, der Deutschland in der Stunde der Not seine Pflicht erwiesen habe, was in das Bild vom Steuermann gekleidet wird, der sein Schiff durch den Sturm führt. Betont wird die Treue zum Vaterland, bewußt soll das Denkmal an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich stehen.

     

  184. Grein, Heinrich: Am Ebert-Stein. Gedicht. Nr. 212, 12.9., S. 1
  185.  

    Zur Einweihung versammeln sich saarländische Proleten mit Fahnen um das Ebert-Denkmal. Das Andenken an Ebert gibt Anlaß zum Rückblick auf die Gründung der Republik, Ebert selbst wird auch hier mit dem Bild des Steuermanns verbunden. Aufgabe der Sozialdemokratie ist die Weiterführung seines Werkes.

     

  186. Grein, Heinrich: Ein deutsches Dichtergrab. Gedicht. Nr. 277, 28.11., S. 2
  187.  

    Gedicht zu einem Besuch des Heine-Grabes in Paris. Dargestellt werden der Blumenschmuck und die von Angehörigen verschiedener Nationen niedergelegten Geschenke. Heine gehöre der Menschheit, nicht der Nation.

     

  188. Grein, Heinrich: Waldwinterzauber. Gedicht. Nr. 283, 5.12., S. 4
  189.  

    Naturgedicht: Die Wanderung durch den Winterwald gibt den Blick frei auf allerlei Getier. Obwohl die Natur in ihrer Bedrohlichkeit und Kargheit dargestellt wird, gibt sie Anlaß zum Ausdruck inniger Verbundenheit mit ihr.

     

  190. Anonym: Weihnachtsbescherung im Neunkircher Rathaus. Gedicht. Nr. 298, 23.12., S. 3
  191. Die Weihnachtsbescherung des Bürgermeisters gerät in dem satirischen Gedicht zu einer Standpauke an die Mitarbeiter und die Sozialdemokraten.

     

  192. Grein, Heinrich: Wintersonnwendsturm. Gedicht. Nr. 299, 24.12., S. 2
  193.  

    Der mit Reminiszensen an die germanische Mythologie verbundene Kampf zwischen Winter- und Frühlingssonne wird zur Geschehensallegorie für den Menschheitskampf um Freiheit.

     

  194. Grein, Heinrich: Neujahr 1926. Gedicht. Nr. 303, 31.12., S. 3
  195.  

    Gedämpft zuversichtlicher Ausblick auf das neue Jahr: Das Werk der Befreiung verlangt nicht Jubel, sondern die Tat, die das neue Jahr zu einem besseren machen soll, als das alte es war.

     

    2.5.4. Volksstimme Saarbrücken

     

    1926

     

  196. Anonym: "Nationales" aus Saarbrücken. Anekdote. Nr. 44, 22.2., S. 3
  197.  

    Szene aus der Straßenbahn. Die Sulzbachstraße ist in Friedrich-Ebert-Straße umbenannt worden. Der Fahrer ruft die Straße aus und wird von Militärs gerügt. Nachdrücklich wiederholt er noch einmal den Straßennamen.

     

  198. Grein, Heinrich: Vorfrühling. Gedicht. Nr. 55, 6.3., S. 7
  199. Naturgedicht: Der Frühling kündigt sich an.

     

  200. Anonym: Amsellied. BEF. Nr. 67, 20.3., S. 7
  201.  

    Idyllische Beschreibung der Amsel und des einsetzenden Frühlings, der den Sommer ankündigt. Auch die Menschen ändern sich im Frühling, noch aber steht der Frühling der neuen Gesellschaftsordnung aus.

     

  202. Petri, H.: Meine Reise zum Völkerbund. AB. Nr. 68, 22.3., S. 2
  203.  

    Petri nahm als Mitglied der Saar-Delegation an einer Vollversammlung des Völkerbundes teil, in der über die Aufnahme Deutschland und über die Saar debattiert wurde. Er berichtet vom Völkerbund und seinem Aufenthalt in der Schweiz.

     

  204. Grein, Heinrich: Lenz. Gedicht. Nr. 77, 1.4., S. 5
  205. Gedicht zum Frühlingsanfang.

     

  206. Anonym: Unter der Herrschaft Rosenbecks. Unglaublich, aber doch wahr!. REP Nr. 90, 19.4., S. 6
  207.  

    Bericht von einer Belegschaftsversammlung der Grube Calmelet. Kritisiert werden die ungenügenden und rechtswidrigen Sicherheitsvorkehrungen. Rosenbeck wird auch in der AZ (Nr. 1443) in einer Arbeiterkorrespondenz kritisiert.

     

  208. Grein, Heinrich: Geistesfreiheit. Gedicht. Nr. 117, 22.5., S. 1
  209.  

    Pfingstgedicht: Natur- und Kulturgesetz werden parallelisiert, die emphatische Anrede an den Geist der Natur verbindet sich mit schier grenzenlosem Fortschrittsoptimismus in bezug auf die menschliche Kulturentwicklung, die in dem Sieg des menschlichen Geistes über die Finsternis ihren Höhepunkt erreicht.

     

  210. Siegemund, Richard: An alle Völker. Gedicht. Nr. 117, 22.5., S. 2
  211. Friedensgedicht: Ein neues Zeitalter der Freiheit wird verkündet, in dem die Waffen ruhen und Hammer und Pflug die Sehnsucht der Völker werden sollen.

     

  212. Grein, Heinrich: Am Rittersturz. Gedicht. Nr. 126, 4.6., S. 2
  213.  

    Gedicht zum Parteitag in Koblenz im Mai 1926: Über dem Rhein flattern die roten Fahnen, während schöne junge Menschen hinab blicken: Menschliche Schönheit, Frühling und gespiegelte Lichter in den Wellen verdichten sich zum Bild des Aufbruchs.

     

  214. Pitz, Johann: Glück auf, Kameraden! Gedicht. Nr. 151, 3.7., S. 1
  215.  

    Begrüßungsgedicht zur 25. Generalversammlung des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, die im Juli 1926 im Saargebiet stattfand. Das Gedicht wendet sich an die "Knappen aus deutschem Land" und an die "Bergarbeiter der Welt"; hervorgehoben wird der Kampf um Freiheit und die brüderliche Verbundenheit mit Deutschland.

     

  216. Grein, Heinrich: Sommerkampf. Gedicht. Nr. 151, 3.7., S. 3
  217. Das Reifen der Frucht in der Natur wird mit der gesellschaftlichen "Erntetat" verbunden, vermittelt über die Symbolik der Farbe "Rot".

     

  218. Grein, Heinrich: Saarvolks Wahltag. Zum 11. Juli 1926. Gedicht. Nr. 157, 10.7., S. 1
  219.  

    Gedicht zur Wahl: Der sonntägliche Wahlgang wird zum Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung stilisiert, im "Mutterlande drüben" lausche man auf das Wahlverhalten des Saarvolkes, zuversichtlich wird zum Schluß das rote Siegesbanner gehißt.

     

  220. Anonym (Ypsilon): Ein neu schön Lied von den Neusaarabischen. Gedicht. Nr. 161, 15.7., S. 6
  221. Satirisches Gedicht auf die Volkspartei: Diese will ein Wahlei legen, heraus kriecht ein schwarz-weiß-rotes Tierchen mit Geldsack und Bibel.

     

  222. Anonym ( J. F.): Vun de Humborjer Stadtratswahl. Gedicht. Nr. 163, 17.7., S. 8
  223. Schadenfrohes Gedicht in Dialekt über das schlechte Abschneiden der deutsch-saarländischen Volkspartei bei den Homburger Stadtratswahlen.

     

  224. Anonym (R.S.; Richard Siegemund?): Gewalt und Geist. Gedicht. Nr. 175, 31.7., S. 1
  225.  

    Das Gedicht entfaltet und illustriert eine etwas eigenwillige Geschichtsphilosophie, nach der die Gewalt vom "freien Geist" in verschiedenen historischen Etappen niedergerungen worden sei. Dies müsse auch die Hoffnung des Volkes an Ruhr, Saar und Rhein sein.

     

  226. Siegemund, Richard: Nie wieder Krieg! Gedicht. Nr. 175, 31.7., S. 7
  227. Anti-Kriegsgedicht.

     

  228. Pitz, Johann: Kämpfer im Nebel. Gedicht. Nr. 289, 14.12., S. 3
  229.  

    Wintergedicht: Der Nebel in den Straßen wird zum Bild für gesellschaftliche und politische Stagnation. Menschen wollen aufbrechen, doch die Märchen und Mythen halten sie zurück. Der Kampf zwischen Gut und Böse muß in jedem einzelnen ausgetragen werden.

     

  230. Grein, Heinrich: Sonnwendglaube. Gedicht. Nr. 298, 24.12., S. 1
  231.  

    Weihnachts- und Wintergedicht: In Kälte und Unwirtlichkeit der Natur, bildlich verbunden mit menschlicher Grausamkeit, Kriegen und Massengräbern, wächst der Ruf nach Sonnenwende. Die Menschheit bricht auf zum Gipfel, wo die Wintersonnenwende nach einem gefahrvollen Weg begeistert begrüßt wird.

     

  232. Anonym (Fridolin): Lieber, guter Weihnachtsmann. Gedicht. Nr. 298, 24.12., S. 4
  233. Satirisches Weihnachtsgedicht: Der Weihnachtsmann wird um Hilfe gegen lokale Mißwirtschaft und Nepotismus gebeten.

     

  234. Braun-Stratmann, Angele: Heilige Nacht. Gedicht. Nr. 298, 24.12., FuF, S. 2
  235. Weihnachtsgedicht: An die Stelle des Christkinds tritt die Sonne, die zur Erde wiederkehrt.

     

    1927

     

  236. Anonym (Hannes von Queckenbach): Unser Bürgermeister. Gedicht. Nr. 1, 3.1., S. 6
  237.  

    Gedicht aus einem Dorf bei Homburg: Der Bürgermeister verteilt Pfründe an die Beamtenschaft, während die Frage der Armenunterstützung auf das nächste Jahr verschoben wird.

     

  238. Sender, Hermann: Betrachtungen eines Saarkaufmanns über den französischen Franken. BEF. Nr. 16, 20.1., S. 2
  239. Der Franc stellt sich als Sphinx dar. Geschäftliche Planungen über längere Zeiträume seien wegen der Kursschwankungen nicht möglich.

     

  240. Anonym (Franz Saargebiet): Aus dem Schacht. Gedicht. Nr. 54, 7.3., S. 5
  241.  

    Die Bergarbeiter sprechen in dem Gedicht als namenloses Kollektiv. Sie warten auf das Licht, doch es bleibt ihnen nichts als der Tod, während die Grubenbesitzer sich eine fröhliche Zeit machen.

     

  242. Anonym: Darum Partei! Gedicht. Nr. 60, 12.3., S. 1
  243.  

    Gedicht zum Parteitag der Sozialdemokratie des Saargebietes. Die Erneuerungsarbeit der Partei wird mit dem Wirken des Frühlings verglichen, gleichzeitig erscheint sie als das einzig Feste in den Stürmen der Zeit und als das Werkzeug zur Organisierung der Massen im Freiheitskampf.

     

  244. Grein, Heinrich: Daseinswille. Gedicht. Nr. 89, 16.4., S. 5
  245.  

    Wiederum wird der Frühling zur Allegorie der Bewegung und des Aufstiegs in der menschlichen Entwicklung. Damit verbindet sich das Bild der Welle: Im ewigen Fließen muß jede Welle vergehen, um in der nächsten aufzugehen. Damit entsteht das Modell einer innerweltlichen Ewigkeit. Im menschlichen Willen erfährt die Freiheit ihre höchste Vollendung.

     

  246. Pitz, Johann: Einmal im Jahr. BEF. Nr. 100, 30.4., S. 5
  247.  

    Maiaufruf: Einmal im Jahr, wenn der Frühling den Winter besiegt hat, versammeln sich die Werktätigen aus allen Bereichen, um ihrem Kampf für eine neue Ordnung symbolisch Ausdruck zu verleihen.

     

  248. Anonym: Black people. Karlchen an seinen Vater. BEF. Nr. 113, 16.5., S. 2
  249.  

    Fiktiver Brief aus Saarbrücken. Karlchen berichtet, daß im Saalbau eine Gruppe von schwarzen Tänzern eine Vorstellung gab und ist begeistert davon, endlich einmal richtige Schwarze gesehen zu haben.

     

  250. Grein, Heinrich: Pfingstglaube. Gedicht. Nr. 129, 4.6., S. 1
  251.  

    Pfingstgedicht: Lobpreis des Menschengeistes, der als Höhe- und Endpunkt der Entwicklungsgeschichte des Lebens "Stumpfheit, Trotz" zu überwinden vermag.

     

  252. Pitz, Johann: Sozialistentag. Gedicht. Nr. 169, 23.7., S. 1
  253.  

    Appell an die Arbeiterschaft, aus den Stätten der Arbeit gemeinsam zum Marsch der Freiheitspartei zu strömen, damit noch der "letzte Knecht" höre, daß die Sozialdemokratie die Freiheit bringt.

     

  254. Grein, Heinrich: Saarlands Sozialistentag. Gedicht. Nr. 169, 23.7., S. 2
  255. Inmitten einer üppigen Natur versammeln sich Menschen aus allen Teilen des Landes, um den Ruf nach Freiheit und Frieden auszustoßen.

     

  256. Anonym (a.u.): Das Armenhaus hat Sprechstunde. Skizze aus Saarbrücken. REP. Nr. 224, 26.9., S. 7
  257. Beschreibung eines Tages im Armenamt Saarbrücken.

     

  258. Anonym: Mitternächtliches Gespräch auf dem Schloßplatz. BEF. Nr. 226, 28.9., S. 7
  259. Gespräch zwischen einer Bismarck-Statue und einer Reiterplastik nach einem Platzkonzert. Bismarck spricht saarländischen Dialekt.

     

  260. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 235, 8.10., S. 5
  261. Beobachtungen zur Feier von Hindenburgs achtzigstem Geburtstag im Saargebiet.

     

  262. Sulzbacher: Neuntägige Wanderfahrt der Saarbrücker Arbeiterradfahrer. AB. Nr. 235, 8.10., NdA, S. 1
  263. Bericht von einer Tour der Arbeiterradfahrer nach Frankreich. In Straßburg wird ein internationales Arbeitersportfest besucht.

     

  264. Anonym: Gemiis mit ebbes debei. Saarbrigger Sache vuum Pensionär Jääb Butzdieblatt. BEF. Nr. 241, 15.10., S. 3
  265.  

    Beobachtungen von der "Daarler" Kirmes, ein Gespräch mit einem alten Bekannten, der beginnende Weihnachtsverkauf und ein Kinobesuch ("Metropolis") werden in Saarbrücker Dialekt dargestellt.

     

  266. Anonym: Gemiis mit ebbes debei. BEF. Nr. 258, 5.11., S. 5
  267.  

    Jääb läßt sich über die pompösen Bauten der katholischen Kirche aus und erzählt von Vereinstreffen, bei denen sich die Mitglieder der Pflege völkischen Denkens widmen.

     

  268. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 264, 12.11., S. 2
  269. Saabrücken im November, Kritisches zur IG-Farben.

     

  270. Anonym: Gemiis mit ebbes debei. BEF. Nr. 264, 12.11., NdA, S. 1
  271.  

    Anekdotisches aus Saarbrücken. Johann, ein Freund Jääbs, ist offenbar Mitglied in einem lebensrefomerischen Verein, trägt Wollkleidung und ißt kein Fleisch. Gesundes Leben verhindere Krankheiten, würde er jemals krank werden, verspricht er Jääb 100 Franc. Als Jääb ihn besucht, liegt er mit einer Grippe darnieder und bittet seinen Freund, den Monatsbeitrag im Verein für ihn zu begleichen: Hätte er den bezahlt, wäre er nicht krank geworden. Ansonsten verstreute Bemerkungen zum Herbstwetter, zur neuen Verkehrsordnung und zu verwirrten Zeitgenossen.

     

  272. Anonym: Ein erhabener Standpunkt. BEF. Nr. 293, 17.12., S. 5
  273.  

    Glosse mit Karikatur aus der "Saar-Großstadtbrille": Der Völklinger Kommunist Weiß behauptet, in Moskau gewesen zu sein. Er wird am Bahnhof empfangen, wo er zum Beweis eine Fahne zeigt, die allerdings mit deutschen Parolen beschriftet ist. Schließlich schwingt er sich auf einen Mistwagen, um zu den Leuten zu sprechen.

     

  274. Pitz, Johann: Weihnachtsbotschaft. Gedicht. Nr. 299, 24.12., S. 1
  275.  

    Weihnachtsgedicht: Obwohl schon vor langer Zeit in Bethlehem der Frieden verkündet wurde, herrschen heute auch zur Weihnachtszeit Giftgas, Bomben und Granaten. Doch neue, harte Engel sind zu sehen, die von der Pflicht zum Kampf für eine bessere Zeit sprechen. Nur durch den Kampf der Arbeiter kann die Friedensvision Wirklichkeit werden.

     

  276. Anonym: Christkind, hör’, du liebes, gutes! Gedicht. Nr. 299, 24.12., S. 6
  277.  

    Satirisches Gedicht über den Neunkircher Bürgermeister. Ironisch wird der Wunsch an das Christkind formuliert, es möge die Stadt vom Kreis freimachen, damit große Pläne realisiert werden könnten. Es solle sich mit dem Bürgermeister unterhalten, dem es bald gelingen werde, mit Neunkirchen London, Rom, Paris und Berlin in den Schatten zu stellen.

     

  278. Anonym: Der Weihnachtsbaum der Riesen. Ein Hüttenmärchen von Spielkamerad Arno.. MuS. Nr. 299, 24.12., RH, S. 1
  279.  

    Nachdem am Weihnachtsabend der Türwächter auf der Burbacher Hütte die Tore geschlossen hat, treffen drei Riesen ein, die an der Saar das Fest verbringen wollen. Aus den Schienensträngen von der Metzer Brücke bis nach Trier basteln sie sich einen Baum, an den sie Schiffe und Schornsteine als Schmuck hängen. Da sie gutmütig sind, bauen sie schließlich wieder auf, was sie zerstört haben, einer der Riesen vergißt jedoch, eine Schiene gerade zu biegen. Nach Mitternacht gehen sie auseinander. Am nächsten Morgen entgleist auf der Strecke ein Zug. Als der Riese Hiasl davon hört, eilt er in die Alpen, um dem Verursacher, dem Riesen Schampir, dafür Ohrfeigen zu geben.

     

  280. Grein, Heinrich: Winternachtstraum. Gedicht. Nr. 299, 24.12., S. 13
  281.  

    Der Wintersonnwendbrand kündet von neuer Hoffnung auf Zeiten des Lichtes. Die Osterbotschaft ist durch Jahrtausende von den Herrschenden entstellt worden, Liebe und Freiheit müssen im Zeichen der roten Fahne erkämpft werden.

     

  282. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das zum neuen Jahr. BEF. Nr. 304, 31.12., S. 2
  283.  

    Der Redaktion ist es gelungen, Anschluß an den Himmelsrundfunksender zu bekommen. Der Apostel Johannes prophezeit auf Anfrage, daß bald mit der Rückgliederung der Saar zu rechnen ist. Auf die Frage, wann das denn geschehen könne, verweist er auf die vorherige Notwendigkeit eines sozialistischen Wahlsieges in Frankreich und an der Saar.

     

  284. Anonym: Proschd Neijohr! Brief vom Vedder Niggel an sei Sohn. BEF. Nr. 304, 31.12., S. 9
  285. Fiktiver Brief in Dialekt. Der Vater läßt sich über das Neujahrsgebaren der Bevölkerung aus und gibt dem Jungen Ratschläge zur Lebensgestaltung.

     

  286. Anonym: 1928! Friede auf Erden. Gedicht. Nr. 304, 31.12., S. 9
  287.  

    Gedicht zum neuen Jahr. Der Friedenswunsch und das Liebesgebot gingen zwar auf das Christentum zurück, doch dieses wurde von falschen Priestern mißdeutet: "Dein Christ war Sozialist".

     

    1928

     

  288. Anonym (a.u.): In der Silvesternacht auf der Lokomotive X.II. 14793. Frankfurt - Saarbrücken. BEF. Nr. 3, 4.1., NdA, S. 1
  289.  

    Um Neujahr nicht in Saarbrücken zu verbringen, bricht der Redakteur zu Bekannten nach Frankfurt auf. Die sind nicht zu Hause, so besorgt er sich eine Genehmigung, um in der Lokomotive nach Saarbrücken mitfahren zu können. Beschrieben werden die verschiedenen Stationen und die Unterhaltung mit dem Lokomotivführer. Schließlich trifft er doch noch vor Beginn des neuen Jahres im Saargebiet ein.

     

  290. Anonym: Ein Auge riskier’ ich. Ein Kommunist auf dem Pressefest. BEF. Nr. 29, 3.2., S. 2
  291.  

    Glosse zum Auftritt eines kommunistischen Redakteurs auf dem Pressefest: Dieser tritt extravagant auf und flirtet mit einer Dame, gleichzeitig ist er damit beschäftigt, die anwesenden Sozialdemokraten zu beobachten, um ihr Verhalten in seinem nächsten Artikel als Arbeiterverrat brandmarken zu können .

     

  292. Grein, Heinrich: Saarbergmann in Not. Gedicht. Nr. 30, 4.2., S. 4
  293.  

    Gedicht zu Entlassungen im Bergbau. Der Bergmann gräbt im Schacht zu erbärmlichem Lohn, die Herren aber kennen keine Gnade und nehmen noch Entlassungen vor. Es bleibt nur der Hilferuf an die Völker der Welt.

     

  294. Anonym (a.u.): Im Vertrauen gesagt. BEF. Nr. 34, 9.2., S. 3
  295.  

    Offener Brief an Gottschalk bezüglich seines Presseball-Artikels. Dieser wird ermahnt, künftig mit Kraftausdrücken etwas sparsamer umzugehen. Es folgen Bemerkungen über seine Kleidung, versehen mit einigen hämischen Ausführungen zu den angeblichen Pariser Toiletten der Alexandra Kollontai.

     

  296. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 36, 11.2., S. 2
  297. U.a. Gespräch mit einem Bergmann in einer Buchhandlung über seine soziale Situation.

     

  298. Braun, Max: Zwanzig Jahre. BEF. Nr. 55, 5.3., S. 1
  299. Rückblick auf die wechselhafte Geschichte der sozialdemokratischen Presse an der Saar.

     

  300. Heugel, Anton: Die "Volksstimme", der Anwalt des schaffenden Volkes. BEF. Nr. 55, 5.3., S. 2
  301.  

    Thematisiert wird das Verhältnis der "Volksstimme" zur Bevölkerung. Sie setze sich für all diejenigen ein, die sinnvolle Arbeit leisteten, also für 90 % der Bevölkerung (!). Besonders hervorgehoben wird ihre finanzielle Unabhängigkeit. Neben politischer Information biete sie im Feuilleton auch "Unterhaltung und Erbauung".

     

  302. Anonym: Wie es damals war. Partei und Presse im Saargebiet der Vorkriegszeit. BEF. Nr. 55, 5.3., S. 3
  303. Ausführliche Darstellung der Geschichte des sozialdemokratischen Pressewesens und der Partei an der Saar: Rückblick auf den Rechtsschutzverein, den "Boten von der Saar", auf Osterroths Zeitungsgründung und die folgenden Blätter.

     

  304. Gerhardt, August: Der 9. November 1918 in Saarbrücken. BEF. Nr. 55, 5.3., S. 9
  305.  

    Rückblick auf die Gründung des Arbeiter- und Soldatenrates im Saargebiet, Beschreibung der Bürgerversammlung in Bischmisheim und der späteren Verhandlungen mit der "Saarbrücker Zeitung". Zitiert wird der Aufruf des Arbeiterrates an die Bevölke-rung.

     

  306. Grein, Heinrich: Saarvolk mach’s gut! Gedicht. Nr. 72, 24.3., S. 4
  307. Kämpferisches Gedicht an die saarländischen Arbeiter: Appell zum konsequenten Kampf in bedrohlicher Zeit.

     

  308. Grein, Heinrich: Mai. Gedicht. Nr. 101, 30.4., S. 12
  309. Fast gebetsartiges Gedicht an den Mai: Dieser wird um Stärkung und Erneuerung angerufen.

     

  310. Anonym: Das Riesenspielzeug. MuS. Nr. 117, 21.5., RH, S. 1
  311.  

    Als die Ritter im Elsaß noch Riesen waren, ging ein Riesenfräulein ins Tal und nahm einen Bauern und sein Gerät als Spielzeug mit. Auf der Burg mahnt sie der Ritter, daß ein Bauer kein Spielzeug sei und daß sie nichts zu essen hätten, wenn die Bauern ihre Felder nicht bestellten.

     

  312. Wegener: Erinnerungen eines Parteiveteranen. Wat ick in minem Lewen alles verbroken hew! AB. Nr. 120, 24.5., SoSa, S. 1
  313.  

    Autobiographischer Bericht des Sozialdemokraten Wegener, Einleitung und Schluß in Plattdeutsch. Geboren 1857 in Stettin, verläßt er nach Schulzeit und Malerlehre die Heimat, um auf Wanderschaft zu gehen und zieht durch Norddeutschland, das Rheinland und Bayern. Die ungerechte Behandlung in Bayern macht ihn zum Sozialisten, bald gerät er auf die Proskriptionslisten der Arbeitgeber. Er zieht durch Deutschland, erlebt die Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg, arbeitet dann zeitweilig im Saarrevier, kommt schließlich nach verschiedenen Stationen in die Schweiz, wo er als Gewerkschafts-funktionär an der Organisation eines Massen-Streiks beteiligt ist, was ihm die Ausweisung aus Zürich beschert. 1915 siedelt er nach Saarbrücken über. Dort übernimmt er den Obsthandel seiner Schwiegermutter, zur Zeit der Abfassung des Berichtes ist er erkrankt und kann das Partei- und Gewerkschaftsleben nur noch passiv verfolgen.

     

  314. Anonym (Redaktion): Eine politische Epistel an unsere geschätzten Mitarbeiter. Gedicht. Nr. 137, 15.6., S. 9
  315. Das Gedicht formuliert verschiedene Mahnugen an die Autoren der Zeitung: Nur mit Tinte, nicht mit Blei schreiben, nur eine Seite beschriften, Namen angeben, usw.

     

  316. Schiffler, Otto: Er wollte die Welt besehen. Gedicht. Nr. 190, 16.8., RH, S. 1
  317.  

    Ulk-Gedicht von einem zehnjährigen Jungen in der Kinderbeilage über einen Bauern und seinen verträumten Sohn. In RH finden sich des öfteren Korrepondenzen und Gedichte von Kindern, für die dieses Gedicht beispielhaft stehen mag.

     

  318. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 227, 28.9., S. 14
  319.  

    Zitiert und kritisiert werden zwei Lieder, die von den Saarsängerbundvereinen in Saarlouis und Saarbrücken einstudiert werden und in denen mit z.T. martialischem Vokabular zum Kampf für die Rückgliederung des Saargebiets an Deutschland aufgerufen wird.

     

  320. Pitz, Johann: Vor 50 Jahren. Gedicht. Nr. 246, 20.10, S. 11
  321.  

    Das Gedicht behandelt die Zeit des Sozialistengesetzes. Bismarck tritt auf , um das Recht zu brechen und Deutschland zu knechten, doch kann er nicht verhindern, daß nach 12 Jahren die Sozialdemokratie siegreich aus dem Kampf hervorgeht.

     

  322. Marx, Matthias: Anfänge und Ausbreitung der Sozialdemokratie. Aufzeichnungen des bald 80jährigen Parteiveterans M. Marx. AB. Nr. 246, 20.10., S. 11
  323.  

    Der 1849 geborene Marx lernt als 19jähriger Handwerker in Kaiserslautern die Lehren von Lassalle kennen. Nach mehrjähriger Wanderschaft läßt er sich in Saarbrücken nieder, wo er sich bald schon an der Organisierung der Sozialdemokratie beteiligt. Er erlebt die Inhaftierung des Zeitungsgründers Kaulitz und die Sozialistenverfolgungen nach 1878, unternimmt dabei Botengänge für die Sozialdemokratie. Er arbeitet auf Grube Heinitz. Da er bei den Reichstagswahlen nicht den vorgefertigten Wahlzettel der Grubenleitung entgegennimmt, sondern selbst wählt, muß er Repressionen erdulden. Er beteiligt sich am Bergarbeiterstreik 1889 und an der Ausrichtung von Aufklärungsveranstaltungen (eingeladen wird u.a. Erhardt aus Ludwigshafen, der auch in Osterroths Heimatdorf als Referent auftritt). Befriedigt kann Marx inzwischen feststellen, daß im Saargebiet die Macht der Unterdrücker gebrochen ist.

     

  324. Hippchen, Hedwig: Martin Andersen-Nexö. BEF. Nr. 248, 23.10., S. 5
  325. Skizze der Biographie von Andersen-Nexö anläßlich seines Saarbrücken-Besuches am 27. Oktober.

     

  326. Anonym (a.u.): Martin Andersen-Nexö-Abend der VHS. BEF. Nr. 254, 30.10, S. 3
  327. Artikel über Persönlichkeit und Vortrag des Schriftstellers

     

  328. Anonym: Martin Andersen-Nexö. BEF. Nr. 256, 2.11., SoSa, S. 1
  329. Erlebnisbericht von einem Treffen mit Nexö.

     

  330. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. BEF. Nr. 257, 3.11., S. 2
  331.  

    Polemisches zu einem Auftritt von Johann Strauß im Saargebiet. Schadenfroh wird eine Passage aus der AZ zitiert und vermerkt, daß ausgerechnet die Kommunisten, ansonsten Verächter bürgerlicher Kunst, Strauß ihr Lob gezollt hätten.

     

  332. Hippchen-Eintz, Hedwig: Sprechchor. Zur Einführung in die Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschule der freien Gewerkschaften. BEF. Nr. 257, 3.11., S. 4
  333.  

    Gedanken zur Form-Inhalt-Dialektik des Kunstwerks: Der Sprechchor sei das adäquate Ausdrucksmittel einer Kunst in Zeiten der politischen Gemeinschaft und der Überwindung der bürgerlichen Gesellschaft. Beispielhaft wird ein Sprechchor von Max Barthel zitiert.

     

  334. Theis, Paul: Zehn Jahre als Flimmerpauker im Saarbrücker Kino. Nr. 263, 10.11., S. 5
  335. Gedicht von Paul Theis zu seinem Jubiläum als Kinopauker.

     

  336. Anonym (a.u.): Saarbrücker Bilderbogen. Glück im Winkelkabinett. Nr. 269, 17.11., S. 12
  337. Beschreibung eines Abends in einer Saarbrücker Bar (Text und Karikaturen).

     

  338. Anonym (a.u.): Saarbrücker Bilderbogen. Lichtfest mit der Taschenlampe. Dazu eine kleine Prügelei oder wie ein Fest nicht ausgehen darf. Anekdote. Nr. 280, 1.12., S. 5
  339.  

    Anekdote aus Saarbrücken: Drei junge Männer feiern bei einem Bekannten Silvester. Auf dem Nachhauseweg werden sie von einem Landjäger mit der Taschenlampe angestrahlt, schlagen diesen nieder und machen sich davon. Doch der hat sich ein Gesicht gemerkt und ertappt den Delinquenten am nächsten Morgen beim Kirchgang.

     

    1929

     

  340. Anonym (Fridolin): Neunkircher Güter-Potpourri. Gedicht. Nr. 13, 16.1., S. 8
  341.  

    Gedicht über Neunkircher Lokalpolitik, im Mittelpunkt steht Herr Hollenbach, wohl der Bürgermeister. Der verwaltet die städtischen Güter schlecht, hetzt dafür umso mehr gegen die Sozialdemokratie, wofür ihm die nächste Wahl die Antwort der Proleten bescheren wird.

     

  342. Anonym: Eines Priesters oder eines Freiherrn Kind? Die Geschichte des Viktor Felix Maria von B.-K., genannt...(Saarbrücken). Beginn: Nr. 22, 26.1., S. 2
  343.  

    Der Verfasser eröffnet die Fortsetzungsgeschichte mit Bemerkungen über den Sinn von Lebensbeschreibungen. Für die eigene Geschichte wird ein Authentizitätsanspruch erhoben, der allerdings nicht an der Verwendung literarisierender Elemente hindert (etwa personale Innensicht der Hauptfigur). Die verwendeten Namen seien jedenfalls richtig. Die Witwe des Freiherrn v. B.-K. bringt einen Sohn zur Welt, Viktor Felix Maria, der gleich nach der Geburt in eine Wiener Proletarierfamilie gegeben wird. Nur der Vater, der rätselhafte Herr F., besucht ihn mehrfach und nimmt ihn nach einigen Jahren mit nach Frankreich. Bei einem seiner Urlaubsaufenthalte in Österreich bricht der erste Weltkrieg aus. Felix versucht nach Frankreich zu kommen, wird aber inhaftiert. Ein Brief an die Mutter, deren Adresse er von den Pflegeeltern bei einem Besuch erhalten hat, wird unfreundlich beantwortet. Er verbringt einige Jahre im Lager und kann erst nach der Kapitulation Österreichs das Land verlassen. In Marseille tritt er in die französische Armee ein, um gegen Deutschland zu kämpfen, verläßt aber bald den Dienst. Er zieht schließlich nach Saarbrücken. Nach einigen Wirren erfährt er, daß seine Mutter eine deutsche Baronin ist, sein Vater aber Priester aus dem Elsaß war, der im Hause der Mutter verkehrte. Als besonders quälend empfindet Felix, daß während des ganzen Krieges seine nationale Identität unklar blieb. Als er einen Rechtsanwalt einschaltet, der sich an die Mutter wendet, sucht diese ihn auf, es kommt aber zu keiner Versöhnung, sondern zu einer "Ehelichkeits- Anfechtungsklage", der Prozeß, heißt es am Ende, laufe noch. Der Epilog bringt eine moralisierende Bewertung des Verhaltens der Beteiligten.

     

  344. Anonym (gsch.): "Der Tag des Herrn!" Ein Märchen. Wilhelm feiert Siebzigsten. MuS. Nr. 23, 28.1., S. 5
  345. Mit Elementen des Märchens spielende Parodie auf die Kaiser-Geburtstagsfeiern.

     

  346. Braun-Stratmann, Angele: Dies und das aus Saarbrücken. Nr. 28, 2.2., S. 3
  347. Kaiser-Geburtstagsfeiern im Saargebiet.

     

  348. Anonym: Mit dem Scheinwerfer durch’s schwarze Köllertal. Von Püttlingen bis Landsweiler. Aus dem Machtbereich des Ingenieurs-Divisionär Bau Ilaux - ein verloren geglaubtes Tagebuch aus der Zeit, als die Beamten vor Stoß arbeiteten. AB. Beginn: Nr. 30, 5.2., S. 6
  349.  

    In der Einleitung wird die Praxis der französischen Grubenverwaltung, durch Abteilungsauflösungen unliebsame Sicherheitsmänner ihres Amtes zu entheben, dar-gestellt und auf die Tricks der ehemaligen preußischen Leitung zurückgeführt. Die Franzosen hätten solches Vorgehen von preußischen Beamten gelernt. Belegen soll dies das Tagebuch eines Steigers von Grube Viktoria, das im folgenden abgedruckt wird. Das Tagebuch stammt aus der Zeit des Bergarbeiterstreiks von 1923. Die Steiger werden, im Fall des Autors trotz 60%iger Erwerbsunfähigkeit, zum Kohlenabbau gedrängt. Zudem werden sie von den Obersteigern genötigt, Namen von streikenden Arbeitern anzugeben, die dann entlassen werden. Gleichzeitig fahren die Obersteiger in die Dörfer, um dort mit Bier und Zigaretten die Arbeiter zum Streikbruch zu bewegen. Das Verhalten der französischen Leiter und Ingenieure wird als korrekter als das der deutschen Beamten bezeichnet. Die meisten Namen sind abgekürzt, einige besonders unliebsame Obersteiger werden aber auch namentlich genannt.

     

  350. Anonym (F.M.): Wenn die Völker einig wären. Wie ein Neunkircher Schüler (in seinem Aufsatz) über Krieg und Frieden denkt. Erzählung. Nr. 31, 6.2., S. 6
  351.  

    Möglicherweise Schulaufsatz, der in Form einer kleinen Erzählung eine utopische Zukunft antizipiert. Der Erzähler sieht sich im Traum als alten Mann, den sein Enkel nach der Vergangenheit befragt. Er erzählt dem Jungen vom Krieg und von den jungen Männern, die zu Mördern ausgebildet wurden. In der Zukunft, in der die Erzählung spielt, gibt es nur noch eine weltweite Einheitssprache und keine Zollgrenzen mehr.

     

  352. Anonym: Der Frühlingsmonat. Gedicht. Nr. 50, 28.2, S. 8
  353. Frühlingsgedicht, in dem für das "Neunkircher Echo" geworben wird.

     

  354. Anonym (Heinrich): Der Winter will nicht weichen. Gedicht. Nr. 52, 2.3., S. 9
  355.  

  356. Anonym: Meine Erlebnisse in der Fremdenlegion. Nach mündlichen Berichten des Obersekundaners Helmut Habura (Dillingen). AB. Nr. 60, 12.3., S. 5
  357.  

    Die Vorbemerkung der Redaktion bringt Informationen über die Fremdenlegion, verwiesen wird auf das Buch von Max Kirsch, der vor dem 1. Weltkrieg seine Erlebnisse in der Fremdenlegion schilderte und damit die deutsche Jugend begeisterte. Es folgen Zitate aus Remarque über die Ausbildung bei Unteroffizier Himmelstoß, die, wie angemerkt wird, verdeutlichen sollen, daß die Kritik der Fremdenlegion nicht aus nationalen Motiven erfolge, sondern daß das Militär überall gleich sei.

    Habura verläßt aus Überdruß die Schule und bewirbt sich in Metz für die Legion. Obwohl er zu jung ist und keine Papiere hat, stellt sich die Aufnahme als unproblematisch dar. In dem Fort, in dem er übernachtet, wird er bestohlen. Er reist weiter nach Marseille, von da nach Algerien, wo er in Sidi-bel-Abbes seinen Dienst antritt. Nach kurzer Zeit begeht er unabsichtlich einen Regelverstoß, er kommt wegen einer falschen Information zu spät zum Appell, wofür er in die "prison" gesperrt wird. Nachdem er diese wieder verlassen hat, versucht er zu fliehen, wird aber bald schon von Arabern aufgegriffen, die auf Belohnung hoffen. Nach erneuter Inhaftierung kehrt er zum Regiment zurück. Dort verbringt er eine wechselhafte Zeit, wird von den Vorgesetzten drangsaliert, kann sich andererseits wegen seiner Sprachkenntnisse behaupten, versteht sich auch gut mit anderen Deutschen und vereinzelten Saarländern. Der Dienst beschert ihm wunde Füße, Hautausschläge und Fieber, er muß ins Lazarett. An Weihnachten schreibt er seinen Eltern und kehrt schließlich nach Hause zurück, obwohl ihm schnelle Beförderung in Aussicht gestellt wird. In Anschluß an die Artikelserie wird noch eine Veranstaltung angekündigt, in der ein anderer saarländischer Fremdenlegionär, dem es weit schlimmer ergangen sei, von seinem Schicksal berichten werde.

     

  358. Anonym (a.u.): Der Raufbold. Gedicht. Nr. 64 (63; falsche Zählung), 16.3., S. 9
  359.  

    In dem Gedicht wird die Sicht eines Raufboldes eingenommen, der tatsächlich nur Anlässe zur Gewaltanwendung sucht, dafür je nach Gelegenheit aber die kommunistische oder die faschistische Uniform wählt.

     

  360. Pitz, Johann: Ostern. BEF. Nr. 74, 28.3., S. 17
  361. Essay zur Bedeutung des Osterfestes für die Arbeiterbewegung ("Auferstehung des Proletariats").

     

  362. Anonym (H. Grube): Frühling im Kohlenrevier. BEF. Nr. 76, 2.4., S. 3
  363.  

    Die Skizze beginnt mit der Beschreibung zerstörter Natur. Seit die ersten Kohlen geborgen wurden, ist immer mehr Grün vom Grau der Industrie verdrängt worden. Doch jetzt sprießen wieder erste Frühlingsgräser. Die Arbeiter aber warten immer noch auf ihren Frühling, der sich im Marsch der singenden Arbeiterjugend ankündigt.

     

  364. Anonym: Mutt und Jeff. Dialog. Nr. 84, 11.4., S. 6
  365. Dialog in Saarbrücker Dialekt über die Heilsarmee, deren praktisches Engagement dem bigotten Katholizismus entgegengehalten wird.

     

  366. Anonym (a.u.): Kaiser-Friedrich-Bad, 3. Stock, Abt. Heilbäder. Ein irisch-römisches Dankgebet von a.u. Gedicht. Nr. 84, 11.4., S. 6
  367. Heiteres Gedicht zur Saarbrücker Badeanstalt.

     

  368. Jochum, August: Auf Krücken von Saarbrücken nach Berlin. Ein Quierschieder Kriegsbeschädigter erzählt von seinem 74-Tage-Marsch. AB. Beginn: Nr. 100, 30.4., S. 14
  369. Jochum, Kriegsversehrter aus Quierschied, macht sich auf den Weg nach Berlin. Im ersten Weltkrieg hat er sich durch einen Fallschirmsprung eine Bein- und Augen-verletzung zugezogen, das Bein wurde später amputiert. Trotzdem erhält er keine Schwerbeschädigten-Rente. Mit seinem Marsch will er auf diesen Mißstand hinweisen und gegen den Krieg protestieren. Er finanziert sich den Marsch durch Verkauf von Karten mit seinem Bild. Die tagebuchartigen Aufzeichnungen geben die verschiedenen Stationen der Reise wieder und erzählen von den Menschen, die er unterwegs trifft und die sich ihm zum Teil anschließen. Aus eingeschalteten Zitaten geht hervor, daß seine Aktion offenbar ein beachtliches Presseecho entfaltete.

     

  370. Pitz, Johann: Pfingstbekenntnis. Gedicht. Nr. 114, 18.5., S. 1
  371. Bekenntnis zum Geist. Der Heilige Geist erscheint in dem Gedicht als innerweltlicher, der Brüderlichkeit zwischen den Menschen und Weltbeherrschung ermöglicht.

     

  372. Grein, Heinrich: Pfingsten! Gedicht. Nr. 114, 18.5., S. 10
  373.  

    Der Mensch liegt in den Ketten des Mammon und wagt doch den aufrechten Gang und sehnt sich nach Morgenröte. Im Blühen des Frühlings und in dessen Wärmewellen kündigt sich die Befreiung des versklavten Menschen an.

     

  374. Anonym (a.u.): O, diese Uniform ! Gedicht. Nr. 167, 22.7., S. 3
  375.  

    Schutzmann und Straßenbahner singen das Lob auf ihre Tätigkeit und Uniform. Der Dichter stellt die Frage, welches Weltall wohl krachen müßte, damit den Straßenbahnern gestattet wird, den Dienst im Hemd zu machen.

     

  376. Anonym: Als ich im neuen "alten Kaiser-Friedrich-Bad" wieder badete. Elegie auf eine verschwundene Büste. Gedicht. Nr. 175, 31.7., S. 3
  377. Satirisches Gedicht zum Verschwinden der Kaiser-Friedrich-Büste aus dem nach ihm benannten Bad.

     

  378. Ullmann, Arno: Finsterstes Saarbrücken. REP. Nr. 177, 2.8., S. 5
  379.  

    Sozialkritische Beschreibung der Zustände in der Ulanenkaserne, deren Räume als Sozialwohnungen genutzt werden. Kritisiert wird die harmonisierende Berichterstattung der französischen Presse aus dem Saargebiet und die Bautätigkeit der katholischen Kirche.

     

  380. Grein, Heinrich: Eindrücke vom 3. Pädagogischen Weltkongreß in Genf. BEF. Nr. 178, 3.8., S. 4
  381.  

    Grein beklagt, daß die pädagogische Theorie im Ausland gegenüber Deutschland zurückgeblieben sei, tritt auf dem Kongreß als Fürsprecher des Sozialismus auf und bemängelt, daß die proletarische Frage weitgehend ausgeklammert wird. Zudem sei man sich zwar in der Verurteilung des Militarismus einig, dies gelte aber nicht für den Nationalismus. Die Teilnahme an Genfer Konferenzen gelte für den Saarländer als verdächtig.

     

  382. Anonym: Arbeiter-Sängerfest in Saarbrücken. Zehnjährige Gau-Gründungsfeier. BEF. Nr. 178, 3.8., S. 11
  383.  

    Danksagungen an Organisatoren, Helfer und offizielle Stellen, Programmankündigungen, dazu ein historischer Rückblick über die Entwicklung des Arbeiterchorwesens an der Saar.

     

  384. Grein, Heinrich: Von der Stadt des Völkerbundes. Genfer Skizzen. BEF. Nr. 200, 29.8., S. 3
  385.  

  386. Anonym (rh): Auf Wiedersehen in Zivil. Gedicht. Nr. 216, 17.9., S. 3
  387.  

    Gedicht zur Räumung von Saargebiet und Rheinland. Die Hoffnung wird formuliert, daß trotz aller Ausflüchte die Franzosen diese Gebiete bald verlassen, man wolle ja weiter gute Nachbarschaft pflegen, aber jeder auf seiner Seite der Grenze.

     

  388. Schröder, Karl: Arbeiterdichtung ist Klassenkampf. BEF. Nr. 241, 16.10., S. 11
  389.  

    Kritische Vorbemerkung zur Arbeiterdichtung von a.u.: Viele Werke, die unter Arbeiterdichtung firmierten, seien nicht mehr als "Gartenlauben-Niedlichkeit mit umgekehrtem Vorzeichen". Schröder bemüht sich um eine Begriffsbestimmung von "Arbeiterdichter" und möchte die sozialistische Konzeption von der der bürgerlichen Literaturgeschichtsschreibung abheben.

     

  390. Anonym (a.u.): Oh yes, we have no bananes! Gedicht. Nr. 289, 13.12., S. 3
  391. Satirisches Gedicht auf die Entscheidung des Direktors der Saarbrücker Strafanstalt, den Gefangenen an Weihnachten keine Südfrüchte zu geben, da dies Luxus sei.

     

  392. Fritz von der Saar (Thamerus, Friedrich): Weihnacht der Ärmsten. Gedicht. Nr. 298, 13.12., S. 3
  393. Sozialkritisches Weihnachtsgedicht: Das Fest der Liebe bringt den Ärmsten nur verdoppelte Not. Der Familienvater betet um Brot, Kartoffeln und Kohlen.

     

  394. Pitz, Johann: Ein neues Jahr kommt, ein altes geht. Gedicht. Nr. 302, 31.12., S. 1
  395.  

    1930

     

  396. Anonym (Jääb vum Schanzebach): Erwärbslose-Loos. Gedicht. Nr. 20, 24.1., S. 3
  397.  

    Gedicht in saarländischem Dialekt, das die wirtschaftliche Not von Erwerbslosen darstellt. Die Ratschläge der Kommunisten bescheren zudem gewalttätige Auseinander-setzungen.

     

  398. Anonym (Heini): Nach dem kommunistischen Klamauk im Stadtrat. Kritik in den Räumen der "A.Z." am Mittwoch morgen. Gedicht. Nr. 25, 30.1., S. 3
  399.  

    Satirisches Gedicht, das die kommunistische Selbstkritik imitiert und ironisch die laienhafte Inszenierung des kommunisitschen Verhaltens in der letzten Stadtratssitzung kritisiert.

     

  400. Braun, Max: Peter Beckers letzte Fahrt. BEF. Nr. 28, 3.2., S. 11
  401. Nachruf auf den Bergarbeiter und Parteiveteran Peter Becker. Positiv hervorgehoben wird, daß selbst die Püttlinger Kommunisten am Grab einen Kranz niederlegten.

     

  402. Anonym: De Jääb vum Schanzeberch macht in Moralin. Gedicht. Nr. 30, 5.2., S. 3
  403.  

  404. Anonym: Spitzfindisch oder Fasenacht? Anekdote. Nr. 35, 11.2., S. 3
  405.  

    Dialekt-Anekdote von Pitt und Rudel. Rudel hat zehn Franc gefunden, Pitt behauptet sie verloren zu haben. Rudel will zum Beweis eine gültige Aussage über die zehn Franc haben. Pitt sagt: Du wirst sie mir nicht zurückgeben. Das Problem führt zu einer interessanten logischen Paradoxie.

     

  406. Anonym: "Cyankali" von Friedrich Wolf aufgeführt durch den Arbeiter-Theater-Bund. BEF. Nr. 44, 21.2., S.7
  407.  

    Kritik der Aufführung von Wolfs Stück durch den Arbeiter-Theater-Bund Neunkirchen, der vom Verfasser für das Saargebiet die alleinigen Aufführungsrechte erworben hat. Zum Teil kritisiert werden die darstellerischen Leistungen der einzelnen Schauspieler, die Musikeinlagen seien der Aufführung abträglich gewesen.

     

  408. Anonym: Lied der Saabrigger Buwe auf die letzte karnevalistisch-kommunistische Stadtratssitzung. Gedicht. Nr. 49, 27.2., S. 3
  409. Satirisches Gedicht auf kommunistische Stadtratsmitglieder.

     

  410. Anonym (G. H.; Grein?): Die Fabrik. Gedicht. Nr. 50, 28.2., S. 3
  411. In dem Gedicht wird die Fabrik am Rande der Stadt zum menschenverschlingenden Moloch. Der Lenz kann nicht eindrigen, denn er würde erschlagen.

     

  412. Wirwahn, Carl: Die Erlebnisse eines Saarbrücker Bürgers. Australien. Von Gewerkschaften und Streik. REP. Nr. 57, 8.3., S. 8
  413. Darstellung der Arbeiterbewegung in Australien, Beschreibung eines Streiks.

  414. Anonym: Dem Dichterling. Gedicht. Nr. 58, 10.3., S. 3
  415. Satirisches Gedicht auf die Vielzahl von lyrischen Produktionen, zu denen der Frühling anregt und mit denen die Redaktionen gequält werden.

     

  416. Anonym: Protescht! Der Friehling. Gedicht. Nr. 62, 14.3., S. 3
  417.  

    Dialektgedicht: Dem Protest gegen die redaktionelle Kritik am Frühlingsgedicht (s.o.: Dem Dichterling) folgt ein heiteres Frühlingsgedicht. Die ersten Frühlingstage veranlassen eine Frau, von ihrem Mann eine umfassende neue Garderobe zu verlangen, was den Dichter wiederum sein Junggesellendasein preisen läßt.

     

  418. Thamerus, Friedrich: Volkstrauertag. Gedicht. Nr. 63, 15.3., S. 11
  419. Anti-Kriegsgedicht zum Volkstrauertag. Erinnert wird an den Ersten Weltkrieg.

     

  420. Pitz, Johann: Jugend voran! Gedicht. Nr. 69, 22.3., S. 1
  421.  

    Euphorisches Jugendgedicht: Ein neues Volk steigt aus der Not empor, neues Morgenrot ist zu sehen. Die Absage an den Krieg verbindet sich mit umfassendem gesellschaftlichem Erneuerungsbestreben.

     

  422. Thamerus, Friedrich: Hatzi! Auch ein Frühlingsgedicht. Gedicht. Nr. 71, 25.3., S. 3
  423.  

  424. Thamerus, Friedrich: Fleißige Hände voll Schwielen. Gedicht. Nr. 75, 29.3., S. 9
  425. Gedicht, das die Notwendigkeit der mühseligen und aufopferungsvollen Arbeit preist, die als Grundlage aller gesellschaftlichen Entwicklung begriffen wird.

     

  426. Anonym (gsch.): Der neue Neikes-Platz am Schloßberg. BEF. Nr. 77, 1.4., S. 3
  427.  

    Fotomontage und satirischer Text: Auf die Bismarckstatue am Schloßberg ist der Kopf von Neikes geklebt worden, der Text empfiehlt, dazu überzugehen, auch lebenden Personen für große Verdienste Denkmäler zu setzen.

     

  428. Klein, Peter: Saarabien, das Königreich Stumm. Ein Parteiveteran erzählt seine Lebensgeschichte. AB. Nr. 78, 2.4., S. 5
  429.  

    Entnommen dem Buch von Levenstein (Hg.): Aus der Tiefe (1908). Klein wurde 1855 in dem Dorf Börsborn in der bayrischen Pfalz geboren. Sein Vater war ein alter 48er, die Familie umfaßte noch weitere neun Kinder. Klein beschreibt die Familienverhältnisse als äußerst ärmlich. 1868 beginnt er eine Lehre in einer Mahlmühle, nach deren Abschluß er sich auf Wanderschaft begibt. Er kommt dann ins Saarrevier, geht verschiedenen Tätigkeiten nach und wird mehrfach wegen seiner politischen Ansichten gemaßregelt. Er nimmt an den Streikbewegungen der Bergarbeiter in den 90er Jahren aktiv teil und arbeitet als Vertrauensmann für den Rechtsschutzverein. In der Folgezeit kann er keine Arbeit mehr finden und eröffnet mit seiner Frau einen Grünkramladen, ist aber auch dabei diversen Repressionen ausgesetzt.

     

  430. Thamerus, Friedrich: An die Schulentlassenen. Gedicht. Nr. 87, 12.4., S. 7
  431.  

    Die Verse verheißen den Schulentlassenen nahende Ernüchterung in bezug auf die Möglichkeiten der Lebensgestaltung und ermahnen sie, sich nicht zu Knechten machen zu lassen.

     

  432. Thamerus, Friedrich: Unser Mai. Gedicht. Nr. 100, 30.4., S. 2
  433. Kampfgedicht: Wie der Frühling den Winter besiegt, so siegen die Kräfte des Fortschritts gegen den Geist von gestern.

     

  434. Thamerus, Friedrich: Eines schickt sich nicht für alle! Gedicht. Nr. 104, 6.5., S. 3
  435.  

    In dem Gedicht wird zunächst aus Sicht des Bourgeois Empörung über feiernde Arbeiter gemimt, dann wird der Coupon-schneidende Müßiggänger dargestellt, dessen Prasserei von derselben Ordnung gutgeheißen werde.

     

  436. Thamerus, Friedrich: Meine Mutter. Gedicht. Nr. 108, 10.5., S. 9
  437. Gedicht, in dem der Verehrung für die alternde Mutter Ausdruck verliehen wird.

     

  438. Anonym (gsch): Ein Interview mit dem Frühling. Eine kleine Serie von Zeitungsausschnitten. BEF. Nr. 116, 20.5., S. 3
  439. Satirisches zum "beweglichsten Lebewesen des Frühlings": dem Dichterling.

     

  440. Thamerus, Friedrich: Die Zinsen. Gedicht. Nr. 117, 21.5., S. 5
  441.  

    Sozialkritisches Gedicht: Die Proleten müssen für die Zinsen der Herren schuften, deren Kapital sich noch nicht einmal vermindert, obwohl sie in Saus und Braus leben. Doch der Tag der Abrechnung wird kommen.

     

  442. Anonym: Bißje munkle. Gedicht. Nr. 118, 22.5., S. 3
  443.  

    Dialektgedicht zum Mai: Dargestellt werden die verschiedenen Ausflugsziele. "Bißje munkle" meine das sanfte Dösen am Weiher mit einem Mädchen in der Dämmerung.

     

  444. Anonym: Der Mann mit den drei Flaggen. Gedicht. Nr. 118, 22.5., S. 9
  445.  

    Gedicht: Der Aufseher Philipp treibt die Arbeiter an und hat - je nach politischer Situation - verschiedene Fahnen an der Hand: Eine schwarze, eine in den französischen Nationalfarben und eine deutsche Reichskriegsflagge.

     

  446. Anonym (Heini): Wenn der Matzi mit dem Nazi... Gedicht. Nr. 119, 23.5., S. 3
  447.  

    Auf den Abdruck eines Bildes vom Jugendtag in der SZ, das eine Gruppe von jungen Nazis zeigt, hatte die Volksstimme mit einem Artikel reagiert. Daraufhin hat der SZ-Dichter ("Matz") wiederum ein Gedicht ("Sowas") geschrieben, das hier abgedruckt und mit einem Gegengedicht von Heini kontrastiert wird.

     

  448. Anonym: Knipse, aber mit Verstand! Gedicht. Nr. 120, 24.5., S. 5
  449. Lesergedicht zu dem SZ-Foto (s. Nr. 1216)

     

  450. Anonym (rh.): Arbeitslos. Gedicht. Nr. 120, 24.5., 7.6., S. 6
  451.  

    Gedicht eines Lesers, das dieser anläßlich des Selbstmordes eines Arbeitslosen in Saarbrücken aus seiner 30 Jahre zurückliegenden Handwerksburschenzeit hervorgeholt hat.

     

  452. Grein, Heinrich: Geistesfest. Gedicht. Nr. 131, 13.6., S. 9
  453. Pfingstgeist-Beschwörung: Die Sozialisten wollen den Geist, Freiheit und Brüderlichkeit für alle Menschen.

     

  454. Thamerus, Friedrich: Der "Arbeitgeber". Gedicht. Nr. 135, 16.6., S. 5
  455. Der Arbeitgeber praßt, klagt über die schlechten Zeiten und fordert Abbau der Sozialleistungen.

     

  456. Thamerus, Friedrich: Wer hat, dem wird gegeben. Gedicht. Nr. 137, 20.6., S. 6
  457.  

    Wer eh schon seine Ruhe hat, bekommt noch Diener. Wer schon eine Wohnung hat, bekommt noch ein Ferienhaus. Wer eine Frau hat, bekommt noch eine Freundin: Da muß die Sozialdemokratie mal nach dem Rechten sehen.

     

  458. Anonym: Piscator, Deutschlands leidenschaftlichst umstrittener Bühnenleiter mit seinem ganzen Berliner Ensemble im Saargebiet. BEF. Nr. 140, 20.6., S. 11
  459.  

    Ankündigung der Aufführung des Stückes "§ 218 - Frauen in Not" durch die Piscator-Bühne im Saargebiet (Saarbrücken, Neunkirchen, Sulzbach, Völklingen, Saarlouis). Dazu wird ein Überblick über die bisherige Arbeit Piscators gegeben.

     

  460. Grein, Heinrich: Sonnwendfeuer. Gedicht. Nr. 142, 23.6., S. 3
  461.  

    Das Gedicht beginnt mit einer Rede an das Feuer, die explizit mit "heidnischen" Motiven verknüpft wird. Der Tanz der Jugend um das Feuer kündet von Aufbruch und menschlicher Freiheit.

     

  462. Anonym: Unsere Piscator-Aufführungen. Durchschlagender Erfolg - die Aktion Koßmann. BEF. Nr. 149, 1.7., S. 1
  463.  

    Artikel zur Aufführung des Stückes "§218 - Frauen in Not" durch die Piscator-Bühne im Saargebiet. Hingewiesen wird auf ein Schreiben des Mitgliedes der Regierungs-kommission Bartholomäus Koßmann an katholische Vereine, in dem dieser zu einer Beratung über Protestaktionen gegen die Aufführung des Stückes einlädt.

     

  464. Heugel, Anton: Das Rekrutierungselement der "Nationalsozialisten". Ferienbe-obachtungen eines Sozialisten. REP. Nr.160, 14.7., S. 5
  465.  

    Beobachtungen in einer südpfälzischen Kleinstadt: Eine diffuse Unzufriedenheit in der Bevölkerung artikuliert sich in Form von Ausfällen gegen das demokratische System, Gegenstand der Kritik ist insbesondere die Sozialversicherung, ein Malermeister merkt an, daß er mit seinen Krankenkassenbeiträgen keine "Faulenzer" finanzieren wolle und erklärt sich deswegen zum Nationalsozialisten.

     

  466. Anonym (H. Fr.): An die Mutter im kommenden Kriege. Gedicht. Nr. 161, 15.7., S. 6
  467.  

    Gedicht eines der sozialistischen Bewegung nahestehenden Schülers. Die Redaktion merkt an, daß man das Gedicht trotz einer gewissen jugendlichen Unreife aus Freude über die sich kundtuende Gesinnung abdrucke. Anklagend wird die Mutter gefragt, warum sie ihren Mann und ihren Sohn habe in den Krieg ziehen lassen.

     

  468. Grein, Heinrich: Dem Haus der Arbeiter-Wohlfahrt. Gedicht. Nr. 171, 26.7., S. 2
  469.  

    Gedicht zur Einweihung des Hauses der Arbeiter-Wohlfahrt im Juli 1930. Die Vollendung des Gebäudes wird mit der Ernte verglichen. Wenn auch überall noch Elend herrsche, so weist das Haus den Weg in ein neues Land.

     

  470. Anonym (Heini): Im Sonnenschein. Gedicht. Nr. 201, 30.8., S. 9
  471.  

  472. Thamerus, Friedrich (Fritz von der Saar): Heil Hitler dir. Gedicht. Nr. 224, 26.9., S. 9
  473. Gedicht: Hitlers Machtübernahme werde das Denken durch den Gehorsam ersetzen, zur Ermordung der Juden und zur militarisierten Jugenderziehung führen.

     

  474. Anonym (Heini): Schlachtenlied der Schreckennazis. Nach dem männermörderischen Kampf in Gersweiler etwas gedämpft zu singen. Gedicht. Nr. 228, 1.10., S. 3
  475.  

    Satirisches Gedicht auf einen nationalsozialistischen Lehrer, Magister Ehrecke. Dessen völkische Verdienste werden im Wechsel von einer Einzelstimme und dem Chor der Hitler-Jungen besungen.

     

  476. Anonym: Blind! Gedicht eines erblindeten Arbeiters. Gedicht. Nr. 238, 13.10, S. 3
  477. Gedicht eines Arbeiters, der bei Schweißerarbeiten in der Bahnhofstraße sein Augenlicht verlor, über seine Blindheit.

     

  478. Anonym: Grubenunglück. Skizze (Erzählung). Nr. 254, 31.10., S. 10
  479.  

    Prosaskizze zur Katastrophe auf Grube Maybach: Die Fragen nach Angehörigen verhallen ungehört, ein altes Mütterchen fragt: "Warum?".

     

  480. Anonym (T...s): Fahrt zur Arbeit. Gedicht. Nr. 256, 4.11., S. 3
  481. Herbstgedicht. Die grauen Nebelschwaden lassen Arbeitslosigkeit und kommendes Elend erahnen.

     

  482. Pitz, Johann: November-Aufruf! Gedicht. Nr. 260, 8.11., S. 2
  483.  

    Das Gedicht beginnt mit einem historischen Rückblick auf die Novemberrevolution 1918 und den Beginn der Republik. Gegen Hitler und die Fürsten wird zu einem November-sturm aufgerufen.

     

  484. Anonym (Jäb): Die Pirmesenser Knuppespaller. BEF. Nr. 268, 18.11., S. 2
  485.  

  486. Anonym: De Jäb schdeischt uff de Pegasus. Gedicht. Nr. 270, 21.11., S. 3
  487.  

  488. Anonym: Hüte rollen. Gedicht. Nr. 275, 25.11., S. 3
  489.  

    Satirisches Gedicht auf Herbstgedichte. Letztlich gäbe es am Herbst wenig zu loben, aber dafür, daß er Hüte rolle, müsse man ihm dann doch dankbar sein, wenn schon sonst nichts mehr rollen würde.

     

  490. Anonym (Jäb): Stammdisch "Antidbolidigg". BEF. Nr. 275, 25.11., S. 4
  491.  

    Unterhaltung am Stammtisch in Dialekt. Obwohl man sich vorgenommen hat, nicht über Politik zu sprechen, endet die Unterhaltung doch immer wieder dabei. Diesmal wird über die Nazis gesprochen, denen ein reales Interesse an der Revision des Young-Planes abgesprochen wird. Vielmehr würden sie den wirtschaftlichen Verfall nutzen, um damit ihre Politik voranzutreiben.

     

  492. Pitz, Johann: Abschied und Begrüßung. Gedicht. Nr. 302, 31.12., S. 1
  493. Gedicht zum neuen Jahr: Das Krisenjahr 1930 wird ohne Wehmut verabschiedet, von 1931 erhofft sich der Dichter bessere Zustände.

     

  494. Anonym (Heini): Was das Unglücksjahr 1930 gebracht, wird hier im Reim beweint, belacht. Gedicht Nr. 302, 31.12., S. 9
  495.  

    Lyrischer Rückblick auf das Jahr 1930: Nach Monaten gegliedert wird ein Rückblick über die verschiedenen politischen Ereignisse auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene gegeben.

     

    1931

     

  496. Anonym: Selbsterkenntnis der AZ. Gedicht. Nr. 13, 16.1., S. 3
  497. Spöttisches über die "100 000 Franc in der Not"- Kampagne der Kommunisten, abgedruckt wird eines ihrer Werbegedichte.

     

  498. Anonym: Was passiert den kleinern Geistern, kommt auch vor bei größern Meistern. Gedicht. Nr. 25, 30.1., S. 4
  499.  

    Gedicht zum Hitler-Besuch in Kaiserslautern: Hitler findet im Zug nicht rechtzeitig zur Toilette und macht deswegen in seine Mütze. Ein Nazi findet diese und meldet ein Attentat auf Hitler, da er eine Mütze mit Gehirn drin gefunden habe.

     

  500. Thamerus, Friedrich: Das Banner Schwarz-Rot-Gold (Reichsbannerlied). Gedicht. Nr. 35, 11.2., S. 3
  501.  

    Kampfgedicht: Das Freiheitsbanner wird gegen den knechtenden Herrengeist be-schworen, Menschenrechte und Friede werden als Ziele des Kampfes angegeben.

     

  502. Pitz, Johann: Unser Bekenntnis! Gedicht. Nr. 44, 21.2., S. 1
  503.  

    Kampfgedicht: Zwei Fronten scheiden sich - hier die Kräfte der Zukunft, dort diejenigen, die in finstere Vergangenheit zurückwollen: Auf der lichten Seite stehen die Sozial-demokraten in der Tradition von Lassalle, Marx und Bebel, auf der dunklen National-sozialisten und Kommunisten.

     

  504. Thamerus, Friedrich: Republik, bist du geduldig! Gedicht. Nr. 67, 20.3., S. 5
  505.  

    Antifaschistisches Gedicht. Kritisiert wird der behutsame Umgang der Republik mit den wild gewordenen Spießern, die das "Dritte Reich" aufbauen und dafür Südtirol opfern wollen (!).

     

  506. Pitz, Johann: Die NSDAP. Gedicht. Nr. 71, 25.3., S. 3
  507. Spottgedicht gegen die NSDAP: Sie verderbe die Jugend, pflege die Niedertracht, strebe Allmacht über die Arbeiter an und sei doch ständig pleite.

     

  508. Thamerus, Friedrich: Hermann Müller zum Gedächtnis. Zum heutigen Begräbnis. Gedicht. Nr. 72, 26.3., S. 3
  509.  

    Gedicht zum Tod des sozialdemokratischen Reichskanzlers Müller. Die Reihen müßten sofort wieder geschlossen werden, da diejenigen, die sich nach dem letzten Kriege feige verkrochen hätten, jetzt wieder aus ihren Löchern hervorkröchen.

     

  510. Anonym (has.): Hitler, dem deutschen Minnesänger. Gedicht. Nr. 75, 30.3., S. 3
  511. Während die Minnesänger ihre schönsten Weisen angestimmt hätten, um ein Mädchen zu gewinnen, bringe Hitler nur Dissonanzen heraus.

     

  512. Thamerus, Friedrich: Unsere Ostern. Gedicht. Nr. 79, 4.4., S. 1
  513.  

    Ostergedicht: Elemente des christlichen Glaubens werden mit dem Sozialismus ver-bunden: Golgatha mit dem Schicksal der sozialistischen Führer, die Auferstehung mit der Durchsetzung des Freiheitsgedankens in Zeiten der Knechtschaft.

     

  514. Thamerus, Friedrich: An "IHN"! Gedicht. Nr. 95, 24.4., S. 3
  515. Anti-Hitler-Gedicht.

     

  516. Anonym (Herbert M.): Und heute - Du! Dem Freund und stillen Kämpfer Herbert Rentz gewidmet! Gedicht. Nr. 97, 27.4., S. 4
  517.  

    Etwas undurchsichtiges Gedicht: Der Arbeitsprozeß - das Hämmern am Amboß - wird mit dem Kampf um Gestaltung der Zukunft verbunden. Aus der Sicht eines Arbeiters wird die Verdrängung eines anderen vom Arbeitsplatz geschildert, doch sind die "Schmiede der Zukunft" "übermorgen bei dem großen Heer" wieder miteinander verbunden.

     

  518. Thamerus, Friedrich: Zum 1. Mai. Gedicht. Nr. 100, 30.4., S. 2
  519. Maigedicht, das zur Beharrlichkeit im Kampf aufruft und die Sozialdemokratie in Frontstellung zu Nationalsozialisten und Kommunisten sieht.

     

  520. Anonym (Winnetou): Laß Dir nix vom Hoffmann erzählen. Gedicht. Nr. 104, 6.5., S. 2
  521. Gedicht gegen Johannes Hoffmann.

     

  522. Anonym (Winnetou): Immer schauriger. Gedicht. Nr. 106, 8.5., S. 3
  523.  

  524. Anonym (Heini): "Erobert die Betriebe!" Gedicht. Nr. 106, 8.5., S. 4
  525.  

    Gedicht zu einem AZ-Artikel, in dem der Leiter der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition für das Saargebiet zur Eroberung der Betriebe aufgerufen hatte: Der fette kommunistische Bonze sitzt an seinem Schreibtisch und ersinnt Strategien, die die Arbeiter nicht hören.

     

  526. Anonym: De Jäb macht in Verkehrsbollidik. ...Hallo, hallo, hier Radio "Sanggehann!" Von der "Knoddelpe" zur Verkehrswerbewoche. BEF. Nr. 107, 9.5., S. 9
  527.  

    Fingierte Radiosendung. Der Verkehrsdirektor Dr. Ruppert hält einen Vortrag in saarländischem Dialekt, das er sich in einem Kurs in Jena angeeignet hat. Er läßt sich aus über die städtische Verkehrswerbewoche, deren Sinn ihm selbst nicht ganz klar ist und kündigt die Aufführung des Films "Im Westen nichts Neues" an.

     

  528. Anonym: Achtung, Achtung! Hier Rundfunksender "Petite de Sanggehann"! BEF. Nr. 112, 16.5., S. 15
  529. Ein anonymer Nationalsozialist tritt auf und hält eine Rede über das Gebaren der Saar-Nazis, die recht kritisch ausfällt, insbesondere in bezug auf Studienrat Ehrecke.

     

  530. Thamerus, Friedrich: Unser Pfingstglaube. Gedicht. Nr. 118, 23.5., S. 2
  531. Lyrische Beschwörung des Geistes in geistloser Zeit.

     

  532. Anonym: Allerhand Gemies. BEF. Nr. 129, 8.6., S. 9
  533.  

    Technische Errungenschaften haben es dem Radio-Sender "Petite de Sanggehann" ermöglicht, die Mikrophone in die Zukunft zu halten. Gesendet wird ein Gespräch zwischen dem ehemaligen Studienrat Ehrecke und Frau Stiegemann, das im "Dritten Reich" spielt. Ehrecke wirbt Stimmen für Hitler, dieser will sich nämlich krönen lassen.

     

  534. Anonym: Zwei Bergarbeiter unerhalten sich über die Sitzung der Gemeindevertretung Wustweiler-Hosterhof vom 11. Mai 1931. BEF. Nr. 133, 12.6., S. 8
  535.  

    Dialog zwischen Willi und Jakob über eine Gemeinderatssitzung. Kritisiert wird das Abstimmungsverhalten der Zentrumspolitiker, die, obwohl selbst Proleten, ihre Stimmen für arbeiterfeindliche Steuer- und Personalpolitik abgeben.

     

  536. Thamerus, Friedrich: Der verhinderte Retter Deutschlands. Gedicht. Nr. 145, 26.6., S. 5
  537. Satirisches Anti-Hitler-Gedicht: Hitler will unbedingt Deutschland retten, aber keiner will ihn haben.

     

  538. Thamerus, Friedrich: Laßt uns endlich wirklich Frieden machen! Gedicht. Nr. 154, 7.7., S. 7
  539.  

    Friedensgedicht: Daß der weltweite Friede noch nicht eingetreten ist, liegt nicht am Schicksal, sondern an der Niedertracht der Menschen. Diese zu bekämpfen ist Aufgabe eines Bundes der Vernunft.

     

  540. Anonym (has): Wochenend und Sonnenschein. Gedicht. Nr. 158, 11.7., S. 3
  541. Sommergedicht an den Wettergott, der um weitere schöne Tage gebeten wird.

     

  542. Nikodemus, B.: Ein Gespräch. Von der Währung, Inflation und Deflation. Dialog. Nr. 164, 18.7., S. 3
  543.  

    Meier und Müller treffen sich, Meier will seine Reichsmark umtauschen. Dies nimmt Müller zum Anlaß, ihm in einem Dialog wirtschaftspolitische Zusammenhänge zu ver-deutlichen und von der Unmöglichkeit einer neuerlichen Inflation zu überzeugen.

     

  544. Anonym (has): Königin-Luisen-Bund. Gedicht. Nr. 167, 22.7., S. 3
  545.  

    Satirisches Gedicht auf die "bünd’schen Frauen" vom Königin-Luisen-Bund, die in Saarbrücken einen Kongreß veranstaltet haben, der offenbar von anti-republikanischem Geist getragen war. Parodierend verwendet werden einzelne Zeilen aus Felix Dahns Gedicht "Gebt Raum ihr Völker unserm Schritt..".

     

  546. Thamerus, Friedrich: Nur Hoffnung und Mut. Gedicht. Nr. 171, 27.7., S. 4
  547. Optimistisches Kampfgedicht

     

  548. Anonym (has): Narrenhände... Gedicht. Nr. 183, 10.8., S. 3
  549. Spottgedicht auf die Saarnazis, die Einladungs-Plakate zur Saarbrücker Verfassungsfeier mit gelben Handzetteln beklebten.

     

  550. Thamerus, Friedrich: Ferientage kleiner Leute. Gedicht. Nr. 183, 10.8., S. 5
  551.  

  552. Anonym (has): Verfassungstag. Gedicht. Nr. 184, 11.8., S. 3
  553.  

    Das Gedicht arbeitet mit der Symbolik der Nationalfarben: "Schwarz" sind Gefahr des Faschismus und Trauer in der Erinnerung an den Krieg, "Rot" ist das Blut der Opfer und doch auch die Freiheit, "Golden" leuchtet der Stern des Friedens.

     

  554. Thamerus, Friedrich: Zum Verfassungstag. Gedicht. Nr. 184, 11.8., S. 6
  555. Patriotisches Gedicht an das republikanische Deutschland.

     

  556. Anonym (has): "Nationale Selbsthilfe". Gedicht. Nr. 193, 21.8., S. 3
  557. Lyrische Kritik am wirtschaftspolitischen Autarkieprogramm der Nazis und Deutschnationalen.

     

  558. Anonym (has): Zum Tode Erzbergers. Gedicht. Nr. 197, 26.8., S. 8
  559. Die Erinnerung an die Ermordung Erzbergers wird zur Kritik an den Nazi-Mörderbanden.

     

  560. Anonym (has): Endlich... Gedicht. Nr. 200, 29.8., S. 9
  561. Sommergedicht.

     

  562. Anonym: Ein Stalin-Knechtlein in Nöten. Gedicht. Nr. 211, 11.9., S. 3
  563.  

    Gedicht zu Berichten der AZ über Übertritte von Sozialdemokraten zur KPD. Ein kommunistischer Redakteur sitzt am Schreibtisch und erfindet einen Sozialdemokraten, der dann von seinem Übertritt berichtet.

     

  564. Thamerus, Friedrich: Die Herren "bauen ab". Gedicht. Nr. 215, 16.9., S. 3
  565. Sozialkritisches Gedicht: Fabrikdirektoren prassen und entlassen Arbeiter, gleichzeitig finanzieren sie Hitler.

     

  566. Anonym (Heini): Herbst. Gedicht. Nr. 220, 22.9., S. 3
  567.  

  568. Anonym (Heini): "In voller Uniform" oder: haust du meinen Jud’, hau ich deinen Jud’. Gedicht. Nr. 221, 23.9., S. 3
  569.  

    Gedicht zu einem Artikel der SZ. Junge Soldaten, die in Saarlouis auf der Kirmes mit deutschen Uniformen aufgetreten waren, seien ausgewiesen worden, einem französischen Offizier wurde die Teilnahme an einem Hochzeitsmarsch im Saargebiet aber in Uniform gestattet. Die SZ ziehe daraus den Schluß, daß man beiderlei Uniformen zulassen müsse, VS-Dichter Heini will beide loswerden.

     

  570. Thamerus, Friedrich: Volk spar, friß "dicke Suppen"! Gedicht. Nr. 229, 2.10., S. 3
  571. Die Herrschenden fressen und rülpsen dabei: Volk spar, friß dicke Suppen. Eine kommende Revolution werde mit dieser Meute endgültig aufräumen müssen.

     

  572. Thamerus, Friedrich: Die nationale Opposition. Gedicht. Nr. 244, 20.10., S. 3
  573. Gedicht zur Gründung der "Harzburger Front", karikiert werden die verschiedenen Teilnehmer.

     

  574. Braun-Stratmann, Angele: Herbst über der Stadt. Gedicht. Nr. 254, 31.10., S. 9
  575. Herbstgedicht: Zwei Rosen welken auf der Fensterbank, von Ruß überzogen, der auch das Lächeln der Stadt zudeckt.

     

  576. Anonym: In memoriam Franz Schwaninger. Gedicht. Nr. 258, 5.11., S. 1
  577. Gedicht zum Tod des Partei- und Gewerkschaftsfunktionärs Franz Schwaninger.

     

  578. Pitz, Johann: Wir grüßen Dich - deutsche Republik! Gedicht. Nr. 261, 9.11., S. 3
  579. Gedicht zum 9. November, das an die Revolution und die Gründung der Republik erinnert und diese gegen ihre rechten und linken Feinde in Schutz nimmt.

     

  580. Anonym (bari): Auf der Dorfkirmes. Skizze (Erzählung). Nr. 283, 5.12., S. 17
  581.  

    Kurze Prosaskizze zur dörflichen Kirmes. Zwei Mädchen wagen es nicht, allein zum Tanz zu gehen, Onkel Otto bietet sich als Begleiter an, bald schon haben sie Tanzpartner gefunden.

     

  582. Anonym (Heini): Münchmeyers neuestes Abenteuer. Gedicht. Nr. 284, 7.12., S. 6
  583.  

    Gedicht zum Verhalten des ehemaligen Pastors und nationalsozialistischen Reichstags-abgeordneten Münchmeyer. Dieser fährt auf Kosten der Republik durch die Lande, seine Freundin gar fährt schwarz. Sie muß schließlich zahlen, er beschwert sich über die "Bonzen". Noch - schließt Heini - genüge das Parteibuch nicht überall, doch im "Dritten Reich" werde das so sein.

     

  584. Thamerus, Friedrich: Die Hitlerseuche geht um. Gedicht. Nr. 288, 11.12., S. 8
  585.  

    Gedicht zum Aufstieg der NSDAP. Die Reaktion habe sich die Forderungen der Sozialdemokratie, "Brot und Freiheit" zu eigen gemacht, wenn sie auch ganz anderes damit meine. Es folgt eine etwas verquere Kritik der NS-Parteiprominenz: Hitler sei eigentlich Tscheche, Frick habe sich vor der Front gedrückt, usw.

     

  586. Thamerus, Friedrich: Weihnacht der Schaffenden. Gedicht. Nr. 299, 24.12., S. 3
  587.  

    Weihnachtsgedicht: Wie einst Christus wegen seiner Liebesbotschaft ans Kreuz geschlagen wurde, so werden auch heute diejenigen, die den Armen helfen wollen, niedergerungen. Die Anrede an den christlichen Bruder fordert diesen auf, sich dem gemeinsamen Kampf anzuschließen und kein Wunder zu erwarten.

     

  588. Pitz, Johann: Abschied und Begrüßung. Gedicht. Nr. 303, 31.12., S. 1
  589. Sorgenvoll wird das neue Jahr begrüßt, nachdem das alte nur Not brachte, doch unverzagt steht das Heer der Arbeit.

     

    1932

     

  590. Thamerus, Friedrich: Eiserne Front! Gedicht. Nr. 27, 2.2., S. 3
  591.  

    Antifaschistisches Kampfgedicht: Die "Eiserne Front" soll sich zusammenschließen und die Nazischaren zurückschlagen, wie es den revolutionären Kräften nach dem ersten Weltkrieg gelang, die Kräfte des "Ungeists" zurückzuschlagen.

     

  592. Thamerus, Friedrich: Reichs-Jungbanner-Lied. Lied. Nr. 36, 12.2., S. 3
  593.  

    Freiheitslied. Besungen wird der Kampf der Jugend gegen die drohende neue Knecht-schaft. Der Refrain modifiziert eine Zeile eines bekannten sozialistischen Liedes ("Dem Morgenrot entgegen", "Wir sind die junge Garde des Proletariats", Text von Heinrich Eildermann ) in: "Wir sind die junge Garde der deutschen Republik."

     

  594. Anonym (has): Wir sind bereit. Gedicht. Nr. 38, 15.2., S. 5
  595. Kampfgedicht: Deutschland muß gegen die drohende Gefahr verteidigt werden.

     

  596. Anonym (has): Zeitbilder! Anekdote. Nr. 39, 16.2., S. 3
  597. Kneipenbesuch. Wegen der ökonomischen Krise kommen Besucher nicht zum Trinken in die Kneipe, sondern als Vertreter, die selbst etwas verkaufen wollen.

     

  598. Anonym (has): Friehling. Gedicht. Nr. 44, 22.2., S. 7
  599. Dialektgedicht zum Frühlingsbeginn.

     

  600. Anonym: Gewidmet dem Großmaul Fritze von Wellesweiler. Gedicht. Nr. 61, 12.3., S. 3
  601.  

    Satirisches Gedicht auf den Kommunisten Fritz aus Wellesweiler, dem die Hälfte der Mannschaft abgesprungen sei und der den Rest deswegen um so mehr antreibe, in der Sommerzeit aber mehr dem Bier und dem Motorradfahren zugeneigt sei. Deswegen solle man lieber gleich SPD wählen.

     

  602. Thamerus, Friedrich: Was der "Adi" alles werden sollte - und wollte. Gedicht. Nr. 68, 21.3., S. 3
  603.  

    Hitler-Satire: Der "Adi" will so manches werden - Gendarm, Professor, Deutscher und Reichspräsident - doch nichts will gelingen. Man solle ihn den Kanzler von Köpenick nennen.

     

  604. Braun-Stratmann, Angele: Vorfrühling. Prosaskizze (Erzählung). Nr. 71, 24.3., S. 3
  605. Vorfrühling als Traum und Verheißung.

     

  606. Anonym (Felix der Kater): Hallo, hallo, hier Saarbrücken..Der vergessene Saar-Goethe. BEF. Nr. 72, 26.3., S. 2
  607.  

    Verschiedene Vorfälle aus Saarbrücken werden in feuilletonistischer Form präsentiert. Der Oberbürgermeister, Hans Neikes, besucht jeden Kriegerverein, vergißt aber, etwas zur Goethe-Gedenkfeier zu sagen. Die Katholiken nehmen Einfluß auf den Spielplan des Stadttheaters, usw...

     

  608. Anonym (has): Troschdlose Aussichte. Gedicht. Nr. 74, 30.3., S. 3
  609. Dialektgedicht: Regen im Frühling und an das "Dritte Reich" glaubt auch niemand mehr.

     

  610. Anonym (has): So Aue han se all gemacht... Gedicht. Nr. 77, 2.4., S. 9
  611. Satirisches Dialektgedicht gegen Oberbürgermeister Neikes.

     

  612. Anonym (Felix): Hallo, hallo, hier Saarbrücken. BEF. Nr. 83, 9.4., S. 3
  613. Anekdoten aus dem Stadtrat.

     

  614. Anonym (has): Fürs Leben. Gedicht. Nr. 87, 14.4., S. 4
  615. Dialektgedicht: Nachbars Fritz kommt gerannt und erzählt stolz, daß er das ABC gelernt hat, was die Alten zum Nachdenken über ihre eigene Schulzeit anregt: Es geht also auch ohne Rohrstock.

     

  616. Anonym (Felix): Hallo, hallo, hier Saarbrücken! BEF. Nr. 89, 16.4., S. 2
  617. Anekdoten von Neikes und aus dem Stadtrat, wo insbesondere NS-Ratsmitglied Eckert durch unqualifizierte Bemerkungen auffällt.

     

  618. Thamerus, Friedrich: Zum 1. Mai. Gedicht. Nr. 101, 30.4., S. 3
  619. Kampfgedicht: Die Freiheitsfreunde sind von Feinden umgeben - Kommunisten und Nazis - doch der Mai kann die Menschen frei und zu Brüdern machen.

     

  620. Anonym (L. K.): Der alte, ehrliche Arbeiter. REP. Nr. 102, 2.5., S. 3
  621.  

    Gerichtsreportage: Ein alter Arbeiter steht wegen Forstdiebstahls - er soll einige Fichten-stämme gestohlen haben - vor Gericht. Empört beteuert er seine Unschuld und wird schließlich trotz der Aussagen eines Polizisten und eines Landjägers freigesprochen.

     

  622. Anonym (L.K.): Der ungetreue Hilfsschaffner. REP. Nr. 104, 4.5., S. 3
  623. Gerichtsreportage: Ein Hilfsschaffner steht vor Gericht, weil er sich mit Hilfe eines Freundes für gebrauchte Fahrscheine das Fahrgeld erstatten ließ.

     

  624. Anonym (has): An die Eisheiligen! Gedicht. Nr. 109, 11.5., S. 3
  625.  

  626. Anonym (has): Sei frei! Gedicht Nr. 112, 14.5., S. 1
  627.  

    Pfingstgedicht: Wie das Licht die Finsternis des Winters durchdringt, soll der Mensch sich zur Freiheitstat entschließen, handeln im festen Vertrauen auf seinen Glauben - den Sozialismus. Ausgestaltet ist die Seite mit Blumen- und Naturornamenten, unter dem Gedicht findet sich ein idyllischer Stich von Ludwig Richter. Max Braun umreißt im Leitartikel auf derselben Seite den sozialistischen Pfingstglauben und die politischen Erfordernisse der Zeit: Der Ungeist triumphiert in Gestalt der Wiederkehr des Mythos bei den Nationalsozialisten, die gleichsam die letzte Stufe des Kapitalimus darstellen. Dagegen verteidigen die Sozialisten den Geist - in Brauns Diktion wird gar noch der sozialistische Materialismus ein sogenannter.

     

  628. Anonym (Felix): Hallo, hallo, hier Saarbrücken! BEF. Nr. 112, 14.5.S. 2
  629. Anekdoten aus Saarbrücken.

     

  630. Anonym (has): Die Indifferenten. Gedicht. Nr. 113, 17.5., S. 3
  631.  

    Gedicht gegen politische Gleichgültigkeit. Eine Mücke lebt am Bachesrand und ignoriert den Sumpf um sie herum. Als andere, tapfere Mücken kommen, überläßt sie diesen den Kampf und hält sich selbst zurück. Das Muckertum wird in dem Gedicht ausdrücklich mit Menschen "jüdischer Konfession" zusammengebracht.

     

  632. Anonym (has): Na, schön und wenn. Gedicht. Nr. 114, 18.5., S. 3
  633.  

    Antifaschistisches Gedicht: Frage an den Proleten, ob er wohl meine, daß es ihm besser gehen werde, wenn die Nazis an der Macht sind. Verbunden mit Bemerkungen zur Finanzierung der NSDAP durch die deutsche Wirtschaft.

     

  634. Anonym (has): Lied im Maien. Gedicht. Nr. 116, 20.5., S. 3
  635. Maigedicht.

     

  636. Anonym (has): Ein delikater Fall. Gedicht. Nr. 120, 25.5., S. 3
  637. Anonym (has): Hundewetter allerseits! Gedicht. Nr. 125, 1.6., S. 3
  638. Trotz Sommer versteckt sich die Sonne und von den deutschen Parlamenten kann man sich nur abwenden.

     

  639. Thamerus, Friedrich: Der deutschen Freiheit letzter Wall. Gedicht. Nr. 128, 4.6., S. 9
  640. Schicklgruber/Hitler schickt sich an, Wilhelms Werk fortzusetzen. Die Freiheit verteidigen kann nur das Proletariat.

     

  641. Thamerus, Friedrich: Von Schleicher. Gedicht. Nr. 132, 9.6., S. 5
  642. Spottgedicht auf Schleicher.

     

  643. Anonym (has): "Wir wollen deutsche Heldenmütter!" Gedicht. Nr. 137, 15.6., S. 3
  644. Gedicht zu einer Forderung in der NS-Zeitung "Freiheitskampf" ("Freilich, wir wollen deutsche Heldenmütter..."). Erinnert wird an den Ersten Weltkrieg, heute bräuchte man Heldenmütter für den Friedenskampf.

     

  645. Anonym (Felix): Hallo, hallo, hier Saarbrücken. BEF. Nr. 146, 25.6., S. 2
  646. Weitere Verfehlungen von Oberbürgermeister Neikes.

     

  647. Thamerus, Friedrich: Freiheit! Gedicht. Nr. 153, 4.7., S. 3
  648. Kampfgedicht zur Drei-Pfeile-Kampagne der SPD. Der proletarische Freiheitskampf wird beschworen.

     

  649. Thamerus, Friedrich: Unter dem neuen Freiheitsbanner! Unserem Führer Max Braun persönlich zugeeignet. Gedicht. Nr. 159, 11.7., S. 3
  650. Aufruf zum Kampf in der Stunde der Not.

     

  651. Anonym (hazi): Der stolze Nazi-Lumpazi. Gedicht. Nr. 162, 14.7., S. 3
  652. Lyrische Antwort auf ein Gedicht, das die Nazis in ihrem Schaukasten ausstellen und das die "Drei-Pfeile"-Kampagne der SPD angreift.

     

  653. Thamerus, Friedrich: Wir hissen das neue Freiheits-Banner. Gedicht. Nr. 164, 16.7., S. 9
  654. Kampfgedicht.

     

  655. Anonym (has): Freiheit. Gedicht. Nr. 165, 18.7., S. 9
  656. Antifaschistisches Kampfgedicht: Im Haus der Arbeiterwohlfahrt wird das Freiheitsbanner gehißt.

     

  657. Gerhardt, August: Freiheit. Gedicht. Nr. 165, 19.7., S. 9
  658. Kampfgedicht.

     

  659. Thamerus, Friedrich: Mätzchen. Gedicht. Nr. 167, 20.7., S. 3
  660. Spottgedicht auf "Matz", den Hausdichter der SZ.

     

  661. Anonym (Schufo): Freiheit. Gedicht. Nr. 169, 22.7., S. 3
  662.  

    Gedicht von einem Reichsbannermitglied gegen "Matz", der offenbar in verschiedenen Gedichten die Parteigrüße u.a. auch der Sozialdemokratie bzw. der Eisernen Front zu parodieren versucht hat.

     

  663. Thamerus, Friedrich: Ein Ulanenstiefel. Gedicht. Nr. 175, 27.7., S. 3
  664.  

    Gedicht an einen Stiefel: Für Bismarck ist er zu klein, gehört aber nach rechts: Er ist in Hitlers Gebrauch. Der Tag wird kommen, an dem sein Besitzer sich barfuß davonmachen will.

     

  665. Anonym (has): Verfassungstag 1932 ! Gedicht. Nr. 186, 11.8., S. 1
  666.  

    Lyrischer Rückblick auf den November 1918. Durch Hitler droht neue Gefahr, die Deutschland zu zerstören droht. Fest steht dagegen die Eiserne Front.

     

  667. Fries, Ludwig: Stimmung der Truppen - sehr gut !? Kriegserlebnisse eines saarländischen Arbeiters. Roman. Beginn: Nr. 189, 15.8., S. 4
  668.  

    Kriegsroman: Die Handlung setzt im ersten Jahr des Ersten Weltkriegs an der Ostfront ein, beschrieben wird die Einnahme der russischen Festung Newogeorgewsk. Eingeschoben in die Beschreibung der Frontkämpfe sind Bemerkungen über die Grausamkeit des Krieges und die Schande der sog. Kulturvölker. Dargestellt werden im folgenden Gespräche zwischen Soldaten und Rangeleien mit tyrannischen Vorgesetzten. In Wilna hat Ludwig ein erotisches Erlebnis mit der Russin Martha, deren Mann, ein ehemaliger Sprachlehrer, sich in deutscher Kriegsgefangenschaft befindet. Nach einem Wechsel zur Westfront erlebt er Giftgaseinsätze von deutschen Soldaten, einen Stolleneinbruch an der Front und die sexuellen Eskapaden der Soldaten. Von Martha erhält er Post, in der sie ihm mitteilt, daß ihr Mann gestorben und daß sie selbst schwanger ist. Er nimmt an der scheiternden Märzoffensive 1918 als Zugführer teil. Der junge Rekrut Karl, der von der ganzen Batterie ins Herz geschlossen wird, fällt bald einer feindlichen Granate zum Opfer. Ludwig selbst wird von einer Granate getroffen, kommt aber glimpflich davon. Flugblätter der Engländer fordern die Soldaten zur Desertion auf. Nach verschiedenen episodenhaften Erlebnissen bricht die Handlung mit der Verkündigung des Waffenstillstands an der Front (in Metz) ab. Der Autor schließt mit den Worten: "Nie wieder Krieg".

    Die Herkunft des Autors ist unklar, regionale Spezifika enthält das Werk nicht. Der Abdruck zu diesem Zeitpunkt verfolgt offenbar das Ziel, durch Erinnerung an den Krieg vor der nationalsozialistischen Gefahr zu warnen. Insofern könnte es sich um einen Roman handeln, der, von einem sozialistischen Autor verfaßt, in verschiedenen regionalen Blättern in Deutschland erschienen ist.

     

  669. Anonym (has): Politischer Urlaub. Gedicht. Nr. 192, 18.8., S. 3
  670. Alles macht Urlaub - sogar der "Ofaf". Doch bald geht der Kampf weiter, in dem der Arbeiter sich zu seiner Klasse bekennen müsse.

     

  671. Thamerus, Friedrich: Soweit ist Deutschland nicht. Gedicht. Nr. 207, 5.9., S. 3
  672. Spottgedicht auf Hitler, den "Tschech’" mit "geborgtem Namen", "Schwätzer" und "Gefreiten", der ein bloßes Produkt der Reklame sei. Soweit werde Deutschland nie kommen, daß Hitlergegner verfemt würden.

     

  673. Anonym (has): In memoriam August Gerhardt. Gedicht. Nr. 210, 8.9., S. 1
  674. Gedicht zum Tod des sozialdemokratischen Parteifunktionärs und Gewerkschaftssekretärs August Gerhardt.

     

  675. Thamerus, Friedrich: "Stahlhelm"-Rummel. Gedicht. Nr. 210, 8.9., S. 3
  676. Gedicht zum militaristischen Gebaren der Stahlhelm-Mitglieder.

     

  677. Thamerus, Friedrich: Heil dem Bismarck von Wallerfangen. Gedicht. Nr. 216, 15.9., S. 3
  678. Satirisches Gedicht über einen Klerikalfaschisten aus Wallerfangen.

     

  679. Thamerus, Friedrich: Die "guten" Patrioten. Gedicht. Nr. 224, 24.9., S. 9
  680.  

    Gedicht: Die guten Patrioten und Vaterlandsretter haben schon im Ersten Weltkrieg die Orden erhalten, während die einfachen Soldaten das Land verteidigten. Während jetzt die Armen zum Sparen aufgefordert würden, bliebe die finanzielle Macht der Fürsten unangetastet. Man müßte dem Hitler mal schreiben und sich die Teile der SA von ihm kommen lassen, die nicht zu ihm paßten.

     

  681. Thamerus, Friedrich: Es herbstet, großer Ofaf! Gedicht. Nr. 245, 17.10., S. 3
  682. Gedicht zu den politischen Mißerfolgen der NSDAP.

     

  683. Thamerus, Friedrich: Der Zirkus Hitler in Pirmasens. Gedicht. Nr. 259, 5.11., S. 3
  684. Eine Wahlkundgebung der Nationalsozialisten mit einem Auftritt Hitlers wird als Zirkus-Spektakel dargestellt.

     

  685. Thamerus, Friedrich: Prolet, wem gibst du deine Stimme! Gedicht. Nr. 265, 12.11., S. 7
  686. Wahlgedicht. Der Arbeiter steht zwischen zwei Diktaturen - der roten und der braunen.

     

  687. Anonym (has): Hurra, der Schleichermann ist da. Gedicht. Nr. 283, 5.12., S. 5
  688. Satirisches Gedicht über v. Schleicher.

     

  689. Anonym (gsch.): Offener Brief an einen Antisemiten. BEF. Nr. 291, 14.12., S. 3
  690.  

    Der Brief nimmt Bezug auf einen Artikel in der rechten Presse über eine Tagung des "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" im Johannishof in Saarbrücken. In diesem Artikel ist der Nationalismus der jüdischen Frontsoldaten offenbar als gespielter dargestellt worden. Der Autor betont und kritisiert dagegen die offene Begeisterung für einen völkischen Nationalismus, der auf dem Treffen, etwa in Form von Sammlungen für den Kyffhäuserbund, zu Tage trat.

     

  691. Thamerus, Friedrich: Weihnacht der Armen. Gedicht. Nr. 300, 24.12., S. 1
  692. Wieder ist die Weihnachtsnacht gekommen, doch den Armen bringt sie nichts als Bitterkeit.

     

  693. Anonym (has): Weihnacht 1932. Gedicht. Nr. 300, 24.12., S. 9
  694. Weihnachtsgedicht, das an das Schicksal der Armen erinnert.

     

  695. Anonym (has): Freiheit 1933. Gedicht. Nr. 305, 31.12., S. 9
  696. Hoffnungsvolles Gedicht zum neuen Jahr: Auf Elend und Arbeitslosigkeit wird nun der Kampf um die Freiheit folgen.

     

  697. Anonym (L.K.): Einer philosophiert. Gedicht. Nr. 305, 31.12., S. 11
  698. Heiteres Neujahrsgedicht.

     

  699. Anonym (has): Drei gießen Blei. Gedicht. Nr. 305, 31.12., S. 13
  700. Neujahrsgedicht: Drei Mädchen wollen im Blei die Zukunft sehen. Doch den Sozialisten helfen solche Träume nicht: Der Kampf muß weitergehen.

     

    1933

     

  701. Thamerus, Friedrich: Mit "Freiheit!" auch ins neue Jahr! Gedicht. Nr. 1, 2.1., S. 4
  702. Rückblick auf das alte Jahr, das nur Not brachte, Ausblick auf das neue, das Freiheit und den Untergang des Hakenkreuzes bringen soll.

     

  703. Anonym: Uff da Griehitt waare deitsche Schdudände. Gedicht. Nr. 8, 10.1., S. 5
  704.  

    Gedicht zu einem Besuch von Studenten aus Deutschland in Krughütte und Clarenthal.In dem anspruchlosen Gedicht wird die "treudeutsche" Art des Saarländers betont und vor "welscher" Gesinnung gewarnt.

     

  705. Anonym: Moritätliches Reiterliedchen von der Justizerei. Gedicht. Nr. 17, 20.1., S. 3
  706.  

    Gedicht zu einem Rechtsfall: Ein Mann, der unter Eid vergessen hatte, eine Vorstrafe anzugeben, wurde, nachdem er drei Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, vom Schwurgericht freigesprochen.

     

  707. W., F. (Ferdi Welter?): Der Nazi-Dichter. Gedicht. Nr. 88, 13.4., S. 3
  708.  

    Gedicht: Der Nazi-Dichter schleicht zur Muse und entringt ihr einen Kuß, von dem sie sich erbrechen muß. Er stiehlt den Kübel: Das ist dann in der Nazi-Zeitung zu lesen. Möglicherweise zielt das Gedicht schon auf Friedrich Thamerus.

     

  709. Pitz, Johann: Deutschland, Du wirst auferstehen! Gedicht. Nr. 89, 15.4., S. 1
  710.  

    Hoffnung auf einen neuen Frühling, der in Deutschland die Sklavenbande zerreißt. Der Leitartikel von Max Braun auf derselben Seite liefert eine Faschismusanalyse, die diesen als "Übergangserscheinung" sieht, andererseits aber die Notwendigkeit des "heroischen und militanten" Kampfes, gestützt auf das Inventarium der marxistischen Theorie, betont.

     

  711. W., F. (Ferdi Welter?): Zeitgemäße Kinderverse. Gedicht. Nr. 89, 15.4., S. 13
  712. Auf die bekannten Kinderverse "Ringel, Ringel, Rosen" werden Scherze über die NS-Parteibürokratie gereimt.

     

  713. W., F.(Welter?): Hoch der 1. Mai. Gedicht. Nr. 100, 29.4., S. 9
  714. Kampfgedicht: War einst der 1. Mai der Tag von Sonne und Freiheit, so ist es jetzt Nacht geworden und die Freiheit trauert. Doch ein neuer Kampf steht bevor.

     

  715. Munk, Peter: Zwölf sind unterwegs. Lied. Nr. 126, 26.6., DS, S. 1
  716.  

    Exil-Lied: Die Soldaten der großen Armee, die "Besiegten von gestern und je", verlassen Deutschland, den Geist von "Goethe und Lessing und Herder und Kleist" auf ihrer Seite. Doch eines Tages werden sie wiederkehren.

     

  717. Pitz, Johann: Deutsche Pfingsten 1933. Gedicht. Nr. 128, 3.6., S. 1
  718. Der Pfingstgeist scheint die Welt geflohen zu haben. Jetzt gilt der Kampf auf Freiheit oder Tod.

     

    1934

     

  719. Anonym: Bekenntnis zu Max Braun. Gedicht. Nr. 9, 11.1., S. 4
  720. Antifaschistisches Kampfgedicht.

     

  721. Anonym (E.K.): Letzter Krampf. Gedicht. Nr. 30, 5.2., S. 3
  722. Satirisches Gedicht auf das "Saarbrücker Abendblatt", das Organ der "Deutschen Front".

     

  723. Hoffmann, Paul: Meine Schutzhaft in Birkenfeld. REP. Nr. 34, 9.2., S. 5
  724.  

    Bericht des Gewerkschaftsfunktionärs Paul Hoffmann aus St. Wendel, der bei einer Dienstreise nach Birkenfeld verhaftet und in Schutzhaft genommen wurde, weil er eine Gewerkschaftszeitung mit sich führte.

     

  725. Anonym: Karnevalslied 1934. Gedicht. Nr. 36, 12.2., S. 3
  726. Spottgedicht auf Nazi-Größen.

     

  727. Anonym: Nazi-Reiterlied. Gedicht. Nr. 36, 12.2., S. 5
  728. Spottgedicht des Setzers auf die Gründung eines Nazi-Reitervereins in Bischmisheim

     

  729. Anonym (M.M.): In memoriam. Gedicht. Nr. 52, 2.3., S. 3
  730. Satirisches Gedicht zur Ersetzung von Alois Spaniol durch Jakob Pirro.

     

  731. Anonym (E.K.): Ostern. Gedicht. Nr. 76, 31.3./1.4., S. 9
  732.  

    Der Ostergeist ist vergessen, das Fest ist durch die Nationalsozialisten zu einem heidnisch-barbarischen geworden. Doch von der Saar kann eine Befreiung Deutschlands ausgehen.

     

  733. Anonym (Samson): Der gleichgeschaltete Rasierpinsel. Gedicht. Nr. 88, 16.4., S. 3
  734. Heiteres Lesergedicht zur Weigerung von Saarbrücker Friseuren, Max Braun den Bart zu scheren.

     

  735. Anonym: Sonnigen Tagen gehen wir entgegen. Gedicht. Nr. 103, 4.5., S. 3
  736. Satirisches Gedicht auf die "Deutsche Front", refrainartig wiederholt werden Passagen aus dem NS-Parteiprogramm.

     

  737. Anonym (Charlot): Der Deutsche-Front-Beamte. Gedicht. Nr. 107, 9.5., S. 3
  738. Gedicht zum Typus des opportunistischen Beamten im Saargebiet, der sich trotz versteckter Propaganda für den Anschluß alle Optionen offenhält.

     

  739. Anonym: Des Dr. Neikes Sendung. Gedicht. Nr. 124, 1.6., S. 3
  740. Offenbar Gedicht aus dem "Westdeutschen Beobachter", das Adolf Hitler preist, dessen Name hier durch "Hans Neikes" ersetzt wurde.

     

  741. Anonym: Deutsche-Front-Illusion 13.1.1935. Gedicht. Nr. 126, 4.6., S. 3
  742.  

    Aus der Gewißheit heraus, daß die Saar frei bleiben wird, werden siegessichere Gewalt-drohungen der NS-Anhänger nach Verkündigung des Datums der Saarabstimmung parodiert. Eine Karikatur zeigt Hitler bei einer Parade.

     

  743. Anonym (Eckart): Noch ein Stück deutscher Erde! Gedicht. Nr. 127, 5.6., S. 3
  744.  

    Gedicht zum Abstimmungskampf: Ganz Deutschland ist ein Zuchthaus geworden, in dem Verbrecher herrschen, die das Land in den Krieg treiben. Doch in dem letzten freien Teil Deutschlands, an der Saar, ist der Kampf zu führen, auf daß für das ganze Land ein neuer Morgen anbreche.

     

  745. Thamerus, Friedrich: Kanzler -"Mörderkamerad". Prolet, wem gibst Du Deine Stimme? Gedichte. Nr. 128, 6.6., S. 3
  746.  

    Abdruck von alten Thamerus-Gedichten (von 1932), versehen mit redaktioneller Anmerkung über das Überlaufen eines der "prominentesten Heimatdichter" zur Deutschen Front.

     

  747. Anonym: In memoriam. Gedicht. Nr. 129, 7.6., S. 4
  748.  

    Nachruf auf Friedrich Thamerus nach seinem Frontwechsel. Trotzdem werden seine dichterischen Qualitäten gelobt. Abgedruckt wird das Gedicht "Der Zirkus Hitler in Pirmasens" von 1932.

     

  749. Anonym: Dem nationalen Dichter der sogenannten "deutschen Front!" Gedicht. Nr. 130, 8.6., S. 3
  750. Erneuter Abgesang auf Thamerus. Abgedruckt wird sein Freiheitsbanner-Gedicht.

     

  751. Anonym (ein Kumpel): Sulzbach erwacht. Gedicht. Nr. 140, 20.6., S. 4
  752. Satirisches Gedicht zu den Deutschfrontlern in Sulzbach, wo offenbar Sammlungen für das Winterhilfswerk veruntreut wurden.

     

  753. Anonym (Samson): Wohin der Kurs nun geht? Gedicht. Nr. 158, 11.7., S. 3
  754. Mahnung an den Saarproleten, die richtigen Lehren aus den Ereignissen in Deutschland zu ziehen.

     

  755. Anonym: Roter Kampfgesang an der Saar. Konzerte des Dudweiler Arbeiter-Chors unter der Leitung des revolutionären Komponisten Paul Arma. BEF. Nr. 160, 13.7., S. 5
  756.  

    Kommunistischer Artikel über die Tätigkeit von Paul Arma und eine Aufführung des Dudweiler Arbeiter-Chors in Neunkirchen. Gesungen wird das rote Saarlied von Arma/Weinert, das "Lied vom Strick" von (Fritz?)Hoff/Arma und der Sprechchor "Stalin spricht".

     

  757. Anonym (Jäb): So isch’s. E Gedicht in saarpfälzischer Mundart. Gedicht. Nr. 173, 28./29.7., S. 11
  758. Dialektgedicht zur Entwicklung der NS-Diktatur in Deutschland und zur Zukunft des Saargebiets.

     

  759. Anonym: Der Schwur von Sulzbach. Sondernummer (193), 26.8., S. 1
  760. Aufruf gegen den Anschluß an NS-Deutschland.

     

  761. Anonym (Eckart): Deutsches Kampflied für die Saar. Lied. Ebda., S. 15
  762. Proletarisches Kampflied, das zur Befreiung Deutschlands vom Faschismus aufruft. Zu singen nach der Melodie der Internationale.

     

  763. Regler, Gustav: Die Entführung von Homburg. Ein Kapitel aus dem Roman "Im Kreuzfeuer". Nr. 194, 27.8., S. 4
  764.  

  765. Weinert, Erich: Einheitsfront, wachse! Gedicht. Nr. 195, 28.8., S. 3
  766.  

  767. Weinert, Erich: An die katholischen Kameraden! Gedicht. Nr. 196, 29.8., S. 5
  768.  

  769. Anonym (Samson): Die Schlacht entbrennt. Gedicht. Nr. 210, 14.9., S. 3
  770. Treuebekenntnis zu Deutschland in der Stunde der Not. Die Befreiung kann nur von der Saar kommen.

     

  771. Mann, Heinrich/Feuchtwanger, Lion/e.a.: Deutsche sprechen zu Euch! Nr. 216, 21.9., S. 1
  772. Status-quo-Aufruf emigrierter Schriftsteller und Intellektueller.

     

  773. Anonym: Hitler - der Gottgesandte. Gedicht. Nr. 228, 5.10., S. 5
  774. Lesergedicht zur Äußerung des Sulzbacher Pfarrer Arens, Hitler sei von Gott gesandt.

     

  775. Anonym: Homburger Zwiegespräche. Dialog. Nr. 229, 6./7.10., S. 4
  776.  

    Unterhaltung zwischen Angehörigen verschiedener sozialer Gruppen über die Saarfrage in Dialekt: Während Erwerbsloser und Pensionär dem Anschluß an Deutschland skeptisch gegenüberstehen und insbesondere die soziale Entwicklung zu ihrem Bewer-tungskriterium machen, erweist sich der Lehrer als fanatischer Nationalist, obwohl er von den bisherigen Zuständen am meisten profitiert hat.

     

  777. Anonym: Stadtgespräche. Dialog. Nr. 230, 8.10., S. 5
  778. Scherzhafte Anekdoten über Röchling, Hitler und Rosalind v. Schirach in Dialogform.

     

  779. Möhren, Hannes: Schutz der Saar! Gedicht. Nr. 232, 10.10., S. 3
  780. Kampfgedicht zur Verteidigung der Saar gegen den Anschluß an NS-Deutschland.

     

  781. Anonym (Lux): Umzugstermin? Gedicht. Nr. 236, 16.10., S. 5
  782.  

    Gedicht zur Saarabstimmung. Deutschland wird mit dem Bild eines Hauses dargestellt, aus dem eine Wohnpartei - die Saar - ausziehen mußte. Doch inzwischen ist das Haus verfallen und mit giftbraunen Schwaden durchzogen. Vor dem Einzug bedarf es einer Desinfektion.

     

  783. Hoff, Fritz: Furtwängler. Gedicht. Nr. 238, 18.10., S. 6
  784. Kritisches Gedicht zum Verhalten Furtwänglers gegenüber dem Nationalsozialismus.

     

  785. Anonym: Sturmbannführer von Uschlach erscheint. Aufgefangene Kurierbriefe nach Berlin. BEF. Nr. 263, 18./19.11., S. 6
  786.  

    Brief eines fiktiven Sturmbannführers in Berliner Dialekt, der Saarbrücken besucht, um die Stimmung vor der Abstimmung zu erkunden. Er berichtet von verschiedenen Gesprächen, die auf eine NS-kritische Stimmung in der Saar-Bevölkerung hinweisen würden und kündigt Besuche bei Röchling, Pirro und Neikes an.

     

  787. Christophe, Jean: Mit Max Braun ins Saargebiet. REP. Nr. 266, 23.11., S. 8
  788.  

    Der Autor folgt Max Braun zu seinen Kundgebungsreden in verschiedene Dörfer des Saargebiets. Eindrucksvoll, allerdings mit einer gewissen Tendenz zur Idealisierung und Überhöhung, werden die Versammlungen der Einheitsfront dargestellt. Das Saarland erscheint in der Darstellung bisweilen wie ein romantisches Märchenland.

     

  789. Anonym: Arm Saarvöglein. BEF (Rezension). Nr. 267, 24.11., S. 7
  790.  

    Kritik einer Saargebiets-Erzählung, die offenbar in einer Norddeutschen Provinzzeitung erschienen ist (keine genauere Angabe). Die einleitenden Bemerkungen verweisen darauf, daß es eine ganze Reihe vergleichbarer Erzählungen gibt, die in der reichsdeutschen Presse erschienen. Hier handelt es sich um die Erzählung "Arm Saarvöglein" von Hermann Timm. Der Bergmann Johannes Rehm arbeitet im Saargebiet. Er soll von der französischen Grubenverwaltung gezwungen werden, seinen Sohn Wilhelm auf eine französische Domanialschule zu schicken, befürchtet aber, daß dieser durch das Erlernen der französischen Sprache seine nationale Identität verliert. Schließlich schickt man den Jungen zu Verwandten in die Pfalz, hofft aber auf eine Rückgliederung des Saargebiets ins faschistische Deutschland.

     

  791. Hecker, Fritz: Ein Elsässer besucht das Saargebiet. REP. Nr. 268, 25./26.11, S. 3
  792.  

    Auszüge aus den Saar-Reportagen von Fritz Hecker in der Straßburger Zeitung "République": Hecker besucht verschiedene Personen im Saargebiet und befragt sie nach ihrer Haltung zur Abstimmung. Vermittelt werden die Gespräche z.T. durch ein ihm wohlgesonnenes Mitglied der "Deutschen Front". Er sucht einen katholischen Dekan auf, einen "prominenten Juden", versucht Pirro zu sprechen, der sich allerdings verleugnen läßt, spricht mit einem fanatischen NS-Anhänger, einem Gewerkschaftsfunktionär und mit Honoratioren in einer Kneipe.

     

  793. Anonym: Sturmbannführer von Uschlach besucht Röchling. BEF. Nr. 268, 25.11., S. 14
  794. Weitere fiktive Gespräche mit verschiedenen Saarländern.

     

  795. Körner, Fritz: Deutschland in großer Zeit. Gedicht. Nr. 268, 25./26.11., S. 4
  796.  

    Große Zeiten sind in Deutschland angebrochen. Frauen brauchen nicht mehr zu kochen, da es nichts mehr zu essen gibt, Tabak wird aus deutschen Matratzen gewonnen, usw. Abschließend wird der Saarländer gewarnt.

     

  797. Anonym (n): Sulzbacher Allerlei. Gedicht. Nr. 272, 30.11., S. 4
  798. Gedicht über verschiedene opportunistische Zeitgenossen in Sulzbach.

     

  799. Hoff, Fritz: Die Saar bleibt frei! Gedicht. Nr. 273, 1.12., S. 5
  800. Gedicht, das die Gewalttaten in Deutschland gegen Arbeiter und Sozialisten verurteilt und gleichzeitig der Liebe zu Deutschland Ausdruck verleiht.

     

  801. Balk, Theodor: Hier spricht die Saar. Ein Land wird interviewt. REP. Nr. 274, 2./3.12., S. 12
  802. Vorstellung von Balks Saar-Buch

     

  803. Anonym: Herr von Uschlach sucht einen Reichstagsbrand. BEF. Nr. 280, 9./10.12, S. 5
  804. Uschlach plant an der Saar verschiedene Reichstagsbrände zur Ausschaltung der Status-quo-Anhänger, scheitert dabei aber zu seinem Bedauern.

     

  805. Balk, Theodor: Pirros Separatisten. REP. Nr. 283, 13.12., S. 3
  806.  

  807. Christophe, Jean: Saarstunde auf der Seniorenbank. REP Nr. 285, 15.12., S. 3
  808.  

    Alte Kumpels treffen sich auf der Seniorenbank und unterhalten sich über die Saar-Abstimmung. Der Wortführer klärt die anderen über den Status quo auf. Das würde nicht heißen, daß sie Franzosen würden, außerdem wird auf eine zweite Abstimmung nach Hitler verwiesen. Zudem wären für die Saarländer unter Völkerbundshoheit die Renten gesichert, denn Hitler sei dann an internationale Verträge gebunden.

     

  809. Anonym: Herr von Uschlach versammelt die Ersatz-Franzosen. BEF. Nr. 290, 21.12., S. 4
  810.  

    Uschlach sendet seiner Frau französische Spezialitäten zum Weihnachtsfest, berichtet von einem Essen mit Neikes, hat einen saarländischen van der Lubbe gefunden und empfiehlt ihr, Rudolf Heß zu trösten, weil dieser nicht nach Paris könne, um dort die NS-Kriegsziele vorzustellen. Er solle vielmehr ins Saargebiet kommen, um vor den Ersatz-Franzosen zu referieren.

     

  811. Christophe, Jean: Jungens im Moor. Erlebnisse junger Saarländer im FAD. REP. Nr. 292, 23./24.12., S. 4
  812.  

    In der redaktionellen Vorbemberkung wird auf eine Schrift von Jean Christophe verwiesen ("Jungens im Moor. Als Saarländer beim Arbeitsdienst"), der die folgenden Auszüge entnommen seien. Hinter dem Pseudonym, gewählt wohl in Anlehnung an Romain Rollands Roman "Jean-Christophe", verberge sich ein bekannter deutscher Schriftsteller. Auf der Basis von Erzählungen junger Saarländer verfaßter Bericht über die Zustände in einem deutschen Arbeitsdienstlager. Die jungen Männer hatten sich aus Begeisterung für das neue Reich zum freiwilligen Arbeitsdienst gemeldet, sind inzwischen aber angesichts der Zustände im Lager resigniert und desillusioniert. Berichtet wird von Repressalien und unangenehmen Erlebnissen in der dörflichen Umgebung.

     

  813. Christophe, Jean: Jungens im Moor. Ihre Weihnachtsfeier. REP. Nr. 293, 25./26.12., S. 8
  814. Brief von einer traurigen Weihnachtsfeier im Moorlager. Die Post wird zensiert, Saarländer werden als Ausländer behandelt.

     

  815. Anonym (Baptiste): Die Nachschlüssel. Hörspiel, für den deutschen Rundfunk bearbeitet von Baptiste; Nr. 293, 25./26.12, S. 9
  816.  

    Der König der Ganoven sitzt mit seinen Kumpanen am Berliner Alexanderplatz und spricht über die neue Zeit. Zusammen bricht man nach Saarbrücken auf, um sich vor den Nazis in Sicherheit zu bringen. Dort geben gerade Röchling und Neikes ihre letzten Centimes für die Winterhilfe. Der König der Ganoven sieht im Rausch zwei bekannte Einbrecher der Systemzeit, die Brüder Saß. Diese bringen in verschiedenen europäischen Städten ehrbahre Bürger um, fertigen Nachschlüssel vom Tresor eines mexikanischen Bergbauingenieurs an und tauschen dort Schriftstücke aus, die dann im Rundfunk von Honolulu verbreitet werden. Der Ganovenkönig erwacht und erkennt, daß die Täter gar nicht die Brüder Saß waren, sondern drei junge Saardeutsche. Die Brüder Saß hingegen sitzen im Gefängnis und bestreiten ihre Schuld, hier seien keine gewöhnlichen, sondern Weltverbrecher am Werk gewesen. Der König der Ganoven bringt sich um.

     

  817. Balk, Theodor: Bei Röchling. REP. Nr. 294, 27./28.12., S. 3
  818. Auszug aus Balks Buch "Hier spricht die Saar".

 

 

 zurück